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Ausblick: Reiseprognose für 2021 verhalten optimistisch

Prof. Dr. Martin Lohmann, Wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen FUR, bei der Eröffnungspressekonferenz der CMT 2020
© Foto: Messe Stuttgart

Martin Lohmann stellte bei der Eröffnungspressekonferenz der CMTdigital in Stuttgart erste Ergebnisse der aktuellen FUR-Reiseanalyse vor - demnach liegt der internationale Tourismus derzeit etwa auf dem Niveau von 1989.


Datum:
26.01.2021
Autor:
Anja Kiewitt
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Im Rahmen der virtuellen Reisemesse CMTdigital 2020 in Stuttgart stellte Prof. Martin Lohmann, wissenschaftlicher Berater der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), heute eine erste vorläufige Bilanz des Tourismus im Jahr 2020 sowie die touristischen Trends des neuen Jahres vor. Laut der "FUR-Reiseanalyse" ist der internationale Tourismus 2020 im Verhältnis zu 2019 um rund 72 Prozent zurückgegangen. Weltweit werde die Zahl der Ankünfte von internationalen Gästen voraussichtlich bei circa 400 Millionen liegen, nach 1,46 Milliarden im Jahr 2019. „Damit liegt der internationale Tourismus etwa auf dem Niveau von 1989“, so Lohmann. Aufgrund der Maßnahmen, um das Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen, „kam der grenzüberschreitende Urlaubstourismus vorübergehend fast vollständig zum Erliegen“, so der Experte. In den ersten elf Monaten des Jahres sank demnach auch die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent. Für 2020 sei mit circa 299 Millionen Übernachtungen in Deutschland zu rechnen, 2019 waren es noch 496 Millionen.

Nachfrageseitig gute Startbedingungen ins neue Jahr

Für den Bereich der Urlaubsreisen der Deutschen erwartet die FUR 2020 ein niedriges Niveau der Nachfrage mit einem Volumen von circa 43 Millionen Urlaubsreisen, 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Die erwartete Zahl der Kurzurlaubsreisen mit einer Dauer von zwei bis vier Tagen liege bei 37 Millionen und damit 60 Prozent unter Vorjahresniveau. Die Indikatoren für die touristische Nachfrage im Jahr 2021 zeigen Lohmann zufolge allerdings eine positive Ausgangslage. Bei der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung erwarteten viele Deutsche zwar eine Verschlechterung. Im Hinblick auf die eigene persönliche wirtschaftliche Situation sieht der größte Teil aber stabile Verhältnisse: 17 Prozent (Vorjahr 22 Prozent) erwarten, dass sich ihre persönliche wirtschaftliche Situation in einem Jahr verbessert haben wird; 25 Prozent (Vorjahr 22 Prozent) befürchten eine Verschlechterung. Die restlichen 57 Prozent sehen keine Veränderung. Mit Urlaubsreisen 2021 hätten sich bereits vier von fünf Deutschen (80 Prozent) gedanklich beschäftigt. Die Urlaubslust sei mit 51 Prozent leicht gesunken (Vorjahr 57 Prozent), die Faktoren Zeit (66 Prozent) und Geld (62 Prozent) zum Reisen würden so günstig wie im Vorjahr eingeschätzt.

Urlaubsstimmung für 2021 überraschend positiv

Die grundsätzlichen Präferenzen der Urlaubsreisenden, also etwa die Vorliebe für Destinationstypen wie Strand- oder Bergziele oder für Reisearten, hätten sich nicht geändert. Ob und wie man reisen werde, hänge im Wesentlichen von den Möglichkeiten ab, die sich vor dem Hintergrund der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie ergäben. Voraussichtlich werde sich 2021 deswegen das Gesamtbild erheblich vom Standard des letzten Jahrzehnts unterscheiden. Neue (alte) Freiheiten würden bald zu einer Rückkehr zu bisherigen Reisemustern führen, allerdings „frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 und auch nicht in allen Segmenten.“ Insgesamt sei für 2021 im Vergleich zu 2019 mit einer Dämpfung der touristischen Nachfrage zu rechnen, vor allem wegen der Restriktionen im Zusammenhang mit der Eindämmung des Corona-Virus, in einigen Fällen auch aus wirtschaftlichen Gründen oder weil die Reiselust abhandengekommen sei.

Hoher Informationsbedarf bei der Reiseplanung

Die erwarteten Einschränkungen zeigten sich in den geäußerten Plänen der Befragten. So würden etwa Flug- und Fernreisen für 2021 seltener ins Auge gefasst als vor der Pandemie. Stattdessen seien auch dieses Jahr (wieder) eher Ziele in der Nähe beliebt, die bevorzugt mit dem Auto und möglichst individuell, ohne große Nähe zu anderen Menschen, erreichbar seien. Campingurlaub fände unter diesen Bedingungen neue Freunde. Unklarheiten, Unsicherheiten und Bedenken führten in der aktuellen Situation zum Abwarten bei der konkreten Reiseplanung und -buchung. Der Informationsbedarf sei hoch, von den Anbietern erwarteten die Kunden Flexibilität und Kulanz. Hoch seien auch die Anforderungen an die Sicherheit auf der Reise: zum Beispiel wenig Kontakte oder Corona-spezifische Hygienemaßnahmen. „Gleichzeitig darf der Urlaubsspaß unter diesen Bedingungen aber nicht leiden, ein Balanceakt für manchen Anbieter,“ konstatiert Lohmann.

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