In einem Pressegespräch legte Hartmut Schick, Leiter Daimler Buses, dar, dass der Absatz insgesamt gesteigert werden konnte – vor allem bei den Chassis. So setzte Daimler Busses weltweit knapp 40.000 Einheiten ab und erzielte damit das zweitbeste Absatzergebnis der Firmengeschichte. Rückgänge im Komplettbus-Geschäft in Europa und den USA haben jedoch Umsatz und Ergebnis belastet. Mit rund 4,4 Milliarden Euro lag der Umsatz um drei Prozent unter dem Niveau von 2010, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 25 Prozent auf 162 Millionen Euro. Damit lag die Umsatzrendite bei 3,7 Prozent – was einen Value Added von 23 Millionen trotz Krisenjahr bedeute, wie Schick hervorhob. Ziel sei es jedoch, bereits 2013 eine Umsatzrendite von sechs Prozent zu erreichen, weswegen Daimler Buses und insbesondere die EvoBus ein Maßnahmenpaket zur Effizienzsteigerung gestartet hat. In diesem Zuge werden unter anderem auch „bis zu zehn Prozent“ der Arbeitsplätze in Mannheim und Neu-Ulm abgebaut, was jedoch nach Aussage von Hartmut Schick ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen soll. Weiterhin soll der Produktionsverband der europäischen Standorte verstärkt genutzt werden, indem zum Beispiel der Travego künftig ausschließlich im türkischen Werk in Hosdere gefertigt werden soll. Bisher waren hier bereits rund zwei Drittel der Stückzahlen dieses Reisebusses produziert worden. Man wolle jedoch dem Produktionsstandort Deutschland treu bleiben, müsse hierfür aber die Standorte fit machen, hob Schick hervor.
Steigerungen konnte Daimler in den Wachstumsregion Indien, China und Lateinamerika verbuchen, wobei der Fahrzeughersteller insbesondere in Brasilien von Vorzieheffekten profitiert hat. Hier gilt seit dem 1. Januar 2012 die Euro-5-Norm. Entgegen des Trends wuchs das Komplettbusgeschäft in der Türkei um 48 Prozent, Daimler Busses konnte seinen Absatz sogar um 55 Prozent auf 1.100 Einheiten steigern. Westeuropa befinde sich hingegen in einer Talsohle, so Schick. Hier sank der Absatz um 17 Prozent auf 5.900 Einheiten, in Deutschland um 16 Prozent auf 2.200 Stück. In Nordamerika brach der Absatz weiter ein und erreichte nur noch 600 Busse. Insgesamt liegt der Weltmarktanteil von Daimler Buses damit bei 12 Prozent. „In unseren Kernmärkten haben wir im Segment der Busse über acht Tonnen unsere Marktführerschaft mit Abstand behauptet. In westeuropa liegt unser Marktanteil bei 27 Prozent“, so Hartmut Schick. Als Highlights des vergangenen Jahres benannte Schick neben den Jubiläen bei Setra mehrere Großaufträge beispielsweise über 420 Travego aus Saudi-Arabien und 120 neue Citaro aus Marseille. Für 2012 rechne er mit einem steigenden Auftragseingang im Komplettbusgeschäft, jedoch eher gegen Ende des Jahres und nur langsam. (akp)