Damit macht DFDS einen großen Schritt in Richtung 2015: Am 1. Januar 2015 treten neue EU-Umweltrichtlinien in Kraft, die für die Schifffahrt auf Ostsee, Nordsee und dem Ärmelkanal, also dem gesamten Seetransportnetz in Nordeuropa, erhebliche Folgen haben. Die neuen Gesetze verlangen, dass dort verkehrende Schiffe nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von maximal 0,1 Prozent verwenden dürfen. Dieses Öl ist deutlich teurer als das Schweröl mit einem Schwefelanteil von einem Prozent, das heute eingesetzt wird. Ein Umstieg würde deshalb die Treibstoffkosten deutlich erhöhen – und damit gleichzeitig die Kosten für Transporte auf See. Das würde dazu führen, dass Güter verstärkt auf Europas Straßen transportiert werden – mit den Folgen weiterer Verkehrs- und Infrastrukturprobleme sowie Auswirkungen auf die Umwelt.
Die Reedereien haben deshalb in den zurückliegenden Jahren intensiv nach Lösungsmöglichkeiten für die anstehenden Herausforderungen gesucht. Die dänische Reederei DFDS hat jetzt beschlossen, weitere 300 Millionen DKK in den Einbau so genannter Scrubber zu investieren. Diese sollen in weitere acht Schiffe der DFDS-Flotte eingebaut werden. Ein Scrubber wiegt rund 70 Tonnen und reinigt die Abgase der Schiffsmotoren von Schwefel. Alternative Lösungen zum Einsatz schwefelarmen Treibstoffs sind von der EU ausdrücklich erlaubt, sofern diese eine Umweltentlastung in gleicher Qualität gewährleisten. DFDS hat bereits in einen mehrjährigen Versuch investiert, in dessen Rahmen ein Scrubber-Prototyp auf einem Schiff erfolgreich getestet wurde. Noch in diesem Jahr werden drei weitere Schiffe des Unternehmens Scrubber erhalten, so dass diese ebenfalls mit dem neuen Schwefelreinigungssystem fahren werden. Mit einer Gesamtinvestition von 53,5 Millionen DKK wird DFDS insgesamt zwölf Schiffe der Flotte auf die kommenden Umweltgesetze vorbereitet haben. Darüber hinaus berät das Unternehmen derzeit über den Einbau von Scrubbern in weitere acht Schiffe des DFDS-Konzerns, die sich für diese Technologie eignen. Eine Umsetzung würde die Investition in die Scrubbertechnik auf rund 100 Millionen Euro erhöhen.
„Die neuen Regeln ab 2015 werden aber steigende Kosten für den Seetransport bedeuten. Das werden sowohl die Reedereien als auch ihre Kunden spüren. Nicht alle Reedereien können so große Investitionen stemmen, wie sie die Scrubbertechnologie verlangt. Davon abgesehen ist ohnehin nur rund die Hälfte aller Schiffe für den Einsatz von Scrubbern geeignet Und das viel diskutierte Flüssiggas LNG eignet sich ja in Wirklichkeit nur für den Einsatz auf neuen Schiffen”, sagt Niels Smedegaard, Vorstandsvorsitzender von DFDS. (ah)
DFDS investiert 2014 40 Millionen Euro in neue Umwelttechnologien
Mit der Investition von weiteren 40 Millionen Euro lässt DFDS insgesamt 53,5 Millionen Euro in eine neue Technologie fließen, die den Schwefelausstoß von Schiffen reduziert.