Alternative Antriebe: Europa setzt auf Elektrobusse

20.08.2026 11:31 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ladesäulen/Ladepunkte für Elektrobusse bei NIggbus in Vorarlberg, Österreich
Die Zuwachsraten bei E-Nutzfahrzegen in der EU, Indien, Brasilien und Großbritannien waren vor allem auch auf den Ausbau elektrisch angetriebener Busflotten zurückzuführen
© Foto: Udo Mittelberger/Niggbus

Im vergangenen Jahr haben die Verkaufszahlen mittelschwerer und schwerer Elektro-Nutzfahrzeuge weltweit zugelegt, ein Faktor ist die Umstellung der Busflotten.

Die weltweiten Verkäufe von Elektrobussen und Elektro-Lkw haben sich 2025 nahezu verdoppelt. Mit rund einer halben Million verkaufter Fahrzeuge legte der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent zu, wie eine Untersuchung des International Council on Clean Transportation (ICCT) ergab, die der „Deutschen Presse-Agentur“ vorab vorlag.

Busflotten werden auf E-Antrieb umgestellt

In vielen wichtigen Märkten zog die Nachfrage bei Elektro-Nutzfahrzeugen laut ICCT deutlich an. So verzeichneten Europäische Union, Indien, Brasilien und Großbritannien zweistellige Zuwachsraten, die vor allem auf den Ausbau elektrisch angetriebener Busflotten zurückzuführen waren.  Elektrobusse machten weltweit 17 Prozent aller Busverkäufe aus, wie die Untersuchung ergab. Außerhalb Chinas und der USA entfielen den Angaben zufolge mehr als die Hälfte der Verkäufe emissionsfreier mittelschwerer und schwerer Nutzfahrzeuge auf E-Busse. Die EU lag dabei mit rund 9800 verkauften Fahrzeugen vor Indien mit etwa 5000.

Wachstum in China als Treiber

Treiber des Wachstums bei E-Nutzfahrzeugen sind aber vor allem die Verkäufe von E-Lkw in China. China vereinte der Studie zufolge knapp 90 Prozent der weltweiten Verkäufe auf sich. Im Segment der mittelschweren und schweren Lkw hätten sich die Verkäufe innerhalb von zwei Jahren mehr als verfünffacht. Fast 30 Prozent der in China verkauften schweren Lastwagen seien 2025 vollelektrisch gewesen. Sinkende Batteriekosten und staatliche Fördermaßnahmen hätten diese Entwicklung begünstigt. 

Daimler-Truck-Chefin sieht Hemmnisse

Die Chefin von Daimler Truck, Karin Rådström, sieht die E-Mobilität speziell beim Lkw allerdings weiter vor Problemen. „Das größte Problem bleibt die Infrastruktur und das Laden“, sagte Rådström der „Deutschen Presse-Agentur“. Selbst diejenigen, die auf E-Mobilität umstellen wollten, seien sich nicht sicher, ob sie ihr Fahrzeug dann künftig entlang der Strecke laden können. Eine weitere Herausforderung sei es, Kostenparität zu erreichen, um den E-Lkw wettbewerbsfähig im Vergleich zum Verbrenner zu machen. Das hänge an den Strom- und Dieselpreisen. 

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