Dieser wächst an der deutschen und luxemburgischen Mosel, an der Saar und der Ruwer. An zahlreichen Stationen entlang der „Straßen der Römer“ kommen Freunde antiker Genusskultur noch heute auf den Geschmack: Sie können nicht nur viel über die Esskultur der Kelten und Römer erfahren, sondern auch römische Spezialitäten nach original überlieferten Rezepten wie „Moretum“ und „Mulsum“ kosten und auf Wunsch auch selbst den Löffel schwingen.
Davon, dass der Weinanbau in der Region eine rund 2.000 Jahre alte Tradition hat, zeugen heute noch römische Kelteranlagen. Eine besonders eindrucksvolle ist die römische Kelteranlage Piesport – mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Litern die größte nördlich der Alpen. Sie wurde 1985 entdeckt und teilweise rekonstruiert und wird jedes Jahr am zweiten Oktoberwochenende beim Römischen Kelterfest in Betrieb genommen. Die Römer brachten damals den Wein vor allem mit dem Schiff von den Anbaugebieten bis in die Militärlager. Neumagen-Dhron, der älteste Weinbauort Deutschlands, ist Fundort eines berühmten Römerweinschiffes. Dieses wurde originalgetreu nachgebaut und kann nun von April bis Oktober für gesellige Flussfahrten mit Weinprobe gebucht werden.
Wein bietet auch Stoff für unzählige Geschichten. Viele – von historisch bis kulinarisch – erzählen die Wein- und Kulturbotschafter an Mosel, Saar und Ruwer: Von März bis November bieten die zertifizierten Gästeführer hier zu festen Terminen WeinkulTouren an. Und auch Rufus, der trinkfreudige römische Weinhändler, weiß einiges zu erzählen. Das heitere und freche Monologtheater „Rufus ante Portas“, eine unterhaltsame Alternative zu Führungen, wird innerhalb und außerhalb römischer Sehenswürdigkeiten angeboten und kann auch zum Wunschtermin für gesellige Runden gebucht werden.
Wer sich die Besonderheiten der römischen Küche auf der Zunge zergehen lassen will, der hat an den Straßen der Römer reichlich Gelegenheit dazu. Zahlreiche Restaurants haben sich auf die Zubereitung römischer Köstlichkeiten spezialisiert und kochen die über 2000 Jahre alten römischen Rezepte des Feinschmeckers Marcus Gavius Apicius weitgehend originalgetreu nach: Dann finden sich etwa Moretum (römischer Frischkäse mit Rauke) oder Mulsum (römischer Aperitif) auf den Menükarten oder „Frischlings-Nüsschen in Beifuß und Honig gesotten“ und „Hirschbraten in Damaszener-Pflaumen-Sauce“. Mit einem Ragout aus Schweineschulter und Aprikosen etwa können sich die Gäste in der Villa Otrang bei Fließem in der Eifel nach dem Rundgang stärken; Gruppen kommen beim „Römersnack“ oder beim Römischen Festmahl auf den Geschmack der Antike.
Der Europäische Kulturpark Bliesbruck-Reinheim wird im nächsten Jahr sein gastronomisches Angebot erweitern und tischt dann in der neuen Taverne “in ovis hapalis“ (verlorene Eier mit Piniensauce) und andere schmackhafte Speisen der römischen Küche auf. Unter dem Motto „Zu Tisch bei den alten Römern“ können Gruppen hier unter fachkundiger Anleitung auch selbst eine römische Mahlzeit zubereiten und erfahren etwas über römische Tischsitten, antike „Imbissbuden“ und die damals in der Region verwendeten Lebensmittel. Schon jetzt können Gruppen das Angebot „Kulinarik und Kultur“ buchen; dieses enthält neben einer Führung durch die musealen Bereiche und das Parkgelände auch einen römischen Imbiss.
In der Römischen Taverne im Archäologiepark Römische Villa Borg im saarländischen Perl haben Besucher die Gelegenheit, nicht nur zu schlemmen, sondern auch selbst aktiv zu werden: Serviert werden hier Speisen, die nach Rezepten des Apicius hergestellt wurden. Dazu können Besucher bei Backvorführungen in der antiken Küche den Sklaven beim Brotbacken über die Schulter schauen oder sogar beim Getreidemahlen an der römischen Mühle selbst Hand anlegen. Die im Steinofen gebackenen Brote und Brötchen können ebenso wie Backmischungen auch käuflich erworben werden. Die Backtage finden im Frühjahr und Herbst an jedem ersten Donnerstag des Monats statt. Die Teilnahme an der Backvorführung ist kostenfrei, eine Anmeldung aber erforderlich. Auf Vorbestellung können die Teilnehmer eine Auswahl von drei Backmischungen zum Preis von 2,50 Euro verkosten.
Gruppen, die eine Reise in die Keltenzeit unternehmen und etwa in historischen Gewändern zünftig Met und Bier aus dem Trinkhorn genießen möchten, können dies am Keltischen Ringwall Otzenhausen in Nonnweiler tun: Nach einer zweistündigen Ringwallführung auf der größten keltischen Befestigungsanlage Europas können sie ein „Keltisches Buffet“ mit allerlei Leckereien buchen. Weitere Informationen zu diesen und allen weiteren Angeboten entlang der „Straßen der Römer“ sowie einen aktuellen Veranstaltungskalender finden sich auf der Webseite des virtuellen Netzwerks unter http://www.strassen-der-roemer.de. (ah)