Präsentiert werden Arbeiten von zehn jungen Kunstschaffenden aus Schwaben. Die Gemälde, Fotografien, Collagen und Installationen zeigen, wie Künstler und Künstlerinnen heute mit ganz unterschiedlichen Medien und Blickwinkeln mit einem Thema umgehen, das eine lange Tradition hat. 2003 wurde mit der Ausstellung „Landschaft in Schwaben – Gemälde und Aquarelle des 20. Jahrhunderts“ die Schwäbische Galerie eröffnet. Zeigte die Ausstellung 2003 jeweils nur ein oder zwei Bilder der vertretenden Kunstschaffenden, haben diesmal zehn Künstlerinnen und Künstler die Gelegenheit, mehrere Arbeiten aus ihrem Schaffen der letzten Jahre zu zeigen. Besonders spannend ist dabei, dass rund die Hälfte der jungen Kunstschaffenden eigens für diese Schau ein Werk erarbeitet hat.
Den Auftakt bildet eine Landschaftsinstallation von Elisabeth Bader aus Augsburg. Mit gebrauchten Baumwollstoffen und Altpapieren hat sie Motive aus der Natur nachgebildet. Damit lenkt sie unser Augenmerk auf Strukturen in der Landschaftsdarstellung. Der ebenfalls in Augsburg lebende Künstler Maximilian Moritz Prüfer schuf eigens für die Ausstellung eine Naturdirekt-Studie zum Thema „Regen“. Auch er rückt damit das Vergängliche und Unscheinbare gleichzeitig in unser Bewusstsein. Florian Wendel aus Waltenhofen im Allgäu vermittelt wiederum einen kritischen Blick auf die Landschaft heute. Er präsentiert mit seiner Serie „Unterm Berg“ eine Verbindung zwischen Architektur- und Landschaftsfotografie. Banal anmutende Bauten setzt er vor einer imposanten Berglandschaft in Szene und hält somit genau das fest, was aus den idyllischen Allgäubildern im Allgemeinen gerne ausgeblendet wird. Ebenfalls in seiner nächsten Umgebung fotografiert und filmt Raphael Weilguni aus Diedorf. Für die Ausstellung produzierte er ein Video von einer Aktion in einem zerstörten Waldstück bei Diedorf, um auf das extreme Eingreifen des Menschen in die Natur hinzuweisen. Die in Augsburg geborene Kathrin Ahlt lässt mit ihren unscharfen Fotografien viele Interpretationen und Neuentdeckungen zu. Ihre an verschiedenen Orten aufgenommenen „Mahrbilder“ stellen nicht nur den Heimatbegriff in Frage, sondern rücken scheinbar Vertrautes ins Morbide und Obskure.
Schließlich wird auch das Gelände rund um Museum und Kloster in die Ausstellung miteinbezogen: Der Bildhauer Tobias Freude schuf eigens eine Assemblage aus Gegenständen, die in einem Zusammenhang mit dem Museum stehen, zum Thema „Innere Landschaft von Oberschönenfeld“. Am Klosterweiher finden wir in großen Buchstaben aus Marmor die Worte „ENDLICH TEXT“ als Hinweis auf unsere von verbalen Erklärungen geprägte Gesellschaft. Text spielt auch bei manchen Arbeiten der jungen Künstlerin Julia Winter aus Dillingen eine Rolle, Redewendungen integriert sie bisweilen mit einem Augenzwinkern in ihre gestischen Acrylbilder. Ihre aus dem Malprozess heraus entstehenden Landschaften besitzen eine starke Dynamik und Farbigkeit. Jedes der Bilder strahlt eine ganz andere Stimmung aus. Mehr unter http://www.schwaebisches-volkskundemuseum.de. (ah)