Ab dem 23. März 2013 erstrahlen die ehemaligen Empfangsräume mit dem Salon, den Esszimmern und Bibliotheksräumen im Glanz früherer Zeiten und bilden den Rahmen für die neue Dauerausstellung „Noblesse oblige! Leben auf dem Schloss im 18. Jahrhundert“. Sie vermittelt einen Einblick in den Alltag einer Adelsfamilie im Waadtland Ende des 18. Jahrhunderts und geht auf zentrale kulturhistorische Themen ein, zum Beispiel Reichtum und Eigentum, Familienleben, Beleuchtung und Heizung, Dienstboten oder Zugang zum Wissen. Die Ausstellung lädt die Besucher ein, gleichzeitig in eine Epoche – das ausgehende Ancien Régime – als auch in eine Geschichte – jene der Familie Guiguer und ihrer Beziehungen – einzutauchen. Die Präsentation des adligen Lebensstils dient auch als Mittel, das Sozialleben und die kulturellen Gepflogenheiten einer Epoche darzustellen.
Das Château de Prangins wurde zu Beginn des Jahrhunderts der Aufklärung für Louis Guiguer, einen äußerst wohlhabenden Pariser Financier Schweizerischer Herkunft erbaut. Mit dem Kauf der Baronie erwarb er auch den Adelstitel. Das majestätische Schloss oberhalb des Genfersees steht für einen erfolgreichen sozialen Aufstieg. Davon zeugen die vier Ecktürme, der Ehrenhof sowie die Anordnung der Prunkräume in einer sogenannten Enfilade, das heißt einer Raumflucht, die es den Besuchern erlaubt, den Umfang des Schlosses und somit das Vermögen des Besitzers mit einem Blick zu erfassen. Die neue Ausstellung wurde in der Enfilade des Hauptflügels, wo die Empfangsräume lagen, eingerichtet.
Die ehemaligen Schlossbewohner erhalten ihre Stimme zurück: Mit Hilfe von eigens für die Ausstellung gedrehten Filmen, einem unterhaltsamen Audioguide und poetischen Animationen an verschiedenen Orten der Ausstellung werden die Besucher für eine kurze Zeit Gäste des Barons und reisen mitten ins 18. Jahrhundert. Die Ausstellung und die Audioguides für Erwachsene und für Kinder sind viersprachig konzipiert (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch). Weitere Informationen unter http://www.nationalmuseum.ch/d/prangins. (ah)