Slowakei: Spitze beim Kultur- und Naturerbe

06.11.2013 17:37 Uhr
Slowakei Dudelsack
© Foto: Mišo Veselský, 2013

Kaum ein Land in Europa verfügt über so viele Kultur- und Naturdenkmäler auf engstem Raum wie die Slowakei.

Die gewaltige Zipser Burg (Spišský hrad), die einstige Bergbaustadt Banská Štiavnica, das Bergdorf Vlkolínec mit seinen Holzhäusern, das historische Levoca, die Holzkirchen des Karpatenbogens, der mittelalterliche Stadtkern von Bardejov sowie die Höhlen des Slowakischen Karstes und die Buchen-Urwälder der Karpaten stehen seit längerem unter dem Schutz der Unesco. Zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit zählt seit 2005 auch die Slowakische Hirtenflöte Fujara. Mit der Aufnahme von vier weiteren Ausdrucksformen in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Slowakei kann sich das Land künftig um die offizielle Anerkennung durch die Unesco bewerben: mit den typischen Ornamentverzierungen an den Holzhäusern im Dorf Cicmany im Nordwesten des Landes, wo jedes Jahr Ende September das große Treffen der Fujara-Spieler stattfindet, dem Salamanderumzug in Banská Štiavnica in der Mittelslowakei, der Puppenspieltradition sowie dem Dudelsack und der Kultur der Dudelsackspieler.

Mit diesen vier Besonderheiten unterstreicht das Land zwischen Donau und Hoher Tatra seine außergewöhnliche Attraktivität für Touristen. Kein Wunder, dass heuer im ersten Halbjahr allein 13 Prozent mehr Gäste aus Deutschland gezählt wurden. Aber auch immer mehr Österreicher und Schweizer entdecken die Slowakei mit ihrer einzigartigen Natur, ihren 23 Kur- und Heilbädern, mittelalterlichen Städtchen, zahllosen Freizeitmöglichkeiten und der mustergültig sanierten Metropole Bratislava.

Bei den neuen Einträgen in die Kulturerbe-Liste steht das Ornament aus Cicmany ganz vorne. Es hat sich als Form von stilisierten geometrischen Mustern insbesondere in der Stickerei und als dekoratives Element an den Fassaden der Holzhäuser im Bergdorf Cicmany in der Kleinen Fatra entwickelt. Bei der Verzierung der Häuser ließen sich die Künstler von der Vielfalt der lokalen Stickerei inspirieren. Die traditionellen Ornamente wurden zuerst mit weißem Lehm, später mit Kalk an die Häuser gemalt und hatten nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine schützende Funktion. Bereits 1977 wurde ein Teil des Dorfes Cicmany zum Denkmal der Volksarchitektur erklärt. Weitere Informationen zum Reiseland Slowakei unter http://www.slovakia.travel. (ah)

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