Herausragend in dieser Jahreszeit sind die von der UNESCO als Welterbe anerkannten alten Buchenwälder in Deutschland. Verteilt auf vier Bundesländer zählen dazu die fünf Schutzgebiete Nationalpark Jasmund (Mecklenburg-Vorpommern), Serrahn im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern), Grumsin im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin (Brandenburg), Nationalpark Hainich (Thüringen) und der Nationalpark Kellerwald-Edersee (Hessen). Hier lässt sich eine naturbelassene Waldform, wie sie einst große Teile Europas bedeckte, auf eigene Faust oder unter fachkundiger Führung auf gut ausgebauten Wanderwegen erkunden. Dabei gibt es viel zu entdecken, denn die Buchenwälder sind ein idealer Lebensraum für Höhlenbrüter, Fledermäuse und viele andere Lebewesen. Diese Artenvielfalt hat sich in Gebieten entwickelt, die dem Einfluss des Menschen lange Zeit entzogen war.
Der Grumsiner Forst beispielsweise war Staatsjagdgebiet der DDR und wurde kaum angetastet. Der Wald im Nationalpark Hainich war über 40 Jahre lang ein kaum betretenes militärisches Sperrgebiet. Heute ist er nicht nur vom Boden aus zu erleben: Ein Baumkronenweg führt über die Wipfel und verschafft den Besuchern dieser Welterbestätte ein wahrhaft erhabenes Gefühl.
Auch das UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal ist im Herbst besonders reizvoll. Die Kulturlandschaft zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz verdankt ihr einzigartiges Gepräge dem Weinbau in den Steillagen. Ende September beginnt hier die Traubenlese. Und so können Besucher den Winzern nicht nur in Wingert und Keller über die Schulter schauen, sondern bei Weinfesten und Straußwirtschaften die Früchte ihrer Arbeit testen.
Auch ein Besuch der anderen Welterbestätten lohnt: Ob die Klosterinsel Reichenau, Schloss Sanssouci, die bayrische Wallfahrtskirche auf der Wies oder das Dessau-Wörlitzer Gartenreich an der Elbe: Deutschlands kulturelle Glanzlichter üben, eingebettet in eine grandiose Natur, die dem Wandel der Jahrzeiten unterliegt, einen besonderen Zauber aus. Jede besitzt einen individuellen Charme, der sie weltweit einzigartig macht – und der Herbst rückt alle in ein ganz besonderes Licht. Weitere Infos unter http://www.unesco-welterbe.de. (ah)