VPR protestiert gegen Übernachtungssteuer

07.02.2011 17:27 Uhr
VPR

Der Internationale Verband der Paketer VPR hält im Einklang mit dem DRV und dem RDA die zu Beginn des Jahres in Rom eingeführte Übernachtungssteuer für äußerst schädlich.

Er hat in einem vom Stellvertretenden VPR-Vorsitzenden Franz-Josef Münchrath verfassten Protestschreiben an den Präsidenten des Confturismo Confcommercio Rom, Bernabò Bocca, deutlich gemacht, welche negativen Einflüsse die neue Steuer auf die Rom-Reisen deutscher Bus- und Gruppenreiseveranstalter hat. Auch VPR-Vorsitzende Karin Urban betont: „In unserer neuen VPR-Trendstudie Trendometer 1/2011 wurde unter anderem festgestellt, dass Italien im europäischen Länder-Ranking der beliebtesten Destinationen erfreulicherweise zulegen konnte. Nun wird die gestiegene Nachfrage wieder ausgebremst. Die Bettensteuer macht Rom-Reisen für den Gast teurer, da kann auch die Befreiung für Busfahrer und Reiseleiter ab einer Gruppengröße von 25 Personen nicht hinwegtäuschen.“ Münchrath, der als Geschäftsführer des Italien-Paketers ITALWEG Reisen im intensiven Kontakt mit den italienischen Behörden steht, zeigt sich besorgt über die neue Steuer: „Auch wenn die Ausweitung der Rom-Bettensteuer auf ganz Italien zunächst vom Tisch ist, beerdigt ist sie wohl noch nicht, denn die Regierung prüft die Einführung per Dekret, wogegen sich jedoch ein breiter Widerstand entwickelt. Gerade dem Bus- und Gruppentourismus wurden in den letzten Jahren immer neue Hürden mit Einfahrtregulierungen und erhöhten Gebühren gestellt. Die neue Steuer wäre ein, im wahrsten Sinne des Wortes, großer Unsinn. Aber auch in Deutschland wird die Lage bezüglich Übernachtungssteuern, Kulturtaxen und sonstigen neuen Abgaben immer unübersichtlicher. Man hat den Eindruck, jede Kommune macht etwas anderes und am Ende zahlt der Reisende die Zeche.“ Dabei seien zahlreiche juristische und steuerliche Probleme keineswegs geklärt. In Rom zum Beispiel sei der Gast der Steuerschuldner, der am Ende seines Aufenthaltes die ein bis drei Euro je nach Kategorie der Unterkunft direkt an das Hotel abführen soll. In Köln dagegen sei der Steuerschuldner der Hotelier. Unabhängig davon weist Franz-Josef Münchrath darauf hin, dass alle Paketer im B2B-Geschäft einerseits ihre Kunden rechtzeitig auf die neuen Modalitäten bei Rom-Reisen hinweisen, sich andererseits aber nicht als Inkasso-Unternehmen für die römische Stadtverwaltung missbrauchen lassen. Das wollten sich selbst die in Italien ansässigen Agenturen nicht bieten lassen. (ah)

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