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Neoplan Centroliner Dubai: Die Dubai Visionäre

© Foto: OMNIBUSREVUE

Diese Geschichte klingt unglaublich, sie wurde aber wahr: Ein Scheich hatte eine Vision, er träumte von blühenden Landschaften inmitten der Wüste und begann sie zu verwirklichen. Nun können wahre Träume erlebt werden. Oder erfahren – mit einem von 170 Neoplan-Doppeldeckern, Made in Germany. Kommen Sie mit auf eine Reise in eine andere Welt.


Datum:
24.08.2009
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Der letzte Weg auf deutschem Boden beginnt in Pilsting. Die fünf Doppeldecker, die an diesem eisigen Novembertag die Produktionshallen von Neoplan, Pilsting verlassen, machen sich auf eine 800 Kilometer lange Tour quer durch Deutschland nach Bremerhaven. Dort werden sie auf ein Schiff verladen, das sie nach einigen Tagen am heißen Ziel – in Jebel Ali, einem Vorort von Dubai – absetzen wird. Dubai ist heiß, das gilt sowohl für das Wetter, vielmehr noch aber für das geschäftige Klima, welches rund um die Zwei-Millionen-Metropole herrscht. Wohl nirgends sonst auf der Welt wird derzeit gebaut, wie es hier inmitten der Vereinigten Arabischen Emirate geschieht. Schon jetzt gibt es in Dubai Büroflächen, die mit denen von Shanghai mithalten können. Mit dem Unterschied, dass in der chinesischen Megacity 16 Millionen mehr Menschen leben und arbeiten. Doch in Dubai stört das niemanden, hier wird für die Zukunft ge­plant, gebaut, gelebt. Begrenztes Denken war noch nie die Stärke der arabischen Macher. Am höchsten, am größten und am teuersten lautet die Devise. Natürlich, auch um Dubai machte die Finanzkrise keinen Bogen. Droht die Immobilienblase zu platzen? Erste Anzeichen scheinen dafür zu sprechen, so fallen Häuserpreise, geplante Projekte wie weitere künstliche Inseln oder ein „Venedig der Wüste“ wurden auf Eis gelegt. Doch mit dem Nachbaremirat Abu Dhabi gibt es einen, besser gesagt „den“ finanzstarken Partner, der mit seinen gewaltigen Erdöl­reserven nicht nur finanziell bestens gerüstet ist, sondern der auch aus wirtschaftlicher Sicht ein erhebliches Interesse daran hat, Dubai zum wirtschaftlichen und touristischen Zentrum der Region zu machen. Zudem setzt Dubai längst auf Alternativen wie Handel, Tourismus und Finanzen, schon heute stammen nur etwa sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes aus der Erdölindustrie. Entsprechend wuchs und wächst die Stadt. Und mit ihr zahlreiche Probleme, zu denen auch die Organisation des Individualverkehrs zählt. In der Rush Hour sollten locker zwei Stunden für die Bewältigung kürzerer Strecken eingeplant werden, Staus sind allgegenwärtig. Um dem entgegenzuwirken, setzen die Verantwortlichen zunehmend auf die Kraft des ÖPNV. Der konnte bis vor kurzem als nur rudimentär vorhanden bezeichnet werden. Hochbodenfahrzeuge, mangelnde Klimatisierung und völlig unzureichende Taktzeiten sorgten unter anderem dafür, dass die Bevölkerung lieber auf den eigenen Pkw setzte. Zieht man dann noch in Betracht, dass in Dubai laut World Wealth Report 68.000 Millionäre leben, wird schnell klar, dass der örtliche Busbetreiber mehr unternehmen muss, als beispielsweise mit günstigen Fahrpreisen zu locken.

© Foto: OMNIBUSREVUE

Hohe Anforderungen

Vor diesem Hintergrund spielen sich seit einigen Monaten die Verhandlungen mit den Herstellern von Linienbussen ab, von denen mittlerweile fast alle namhaften Unternehmen bei den Ausschreibungen berücksichtigt wurden. Allerdings sind die Anforderungen, die der städtische Busbetreiber RTA an die Busbauer stellt, nicht gering. Das Beste ist gerade gut genug, dürfte die Situation recht genau auf den Punkt bringen. Und so können, beziehungsweise müssen die Hersteller aus dem Vollen schöpfen, um mit ihren Fahrzeugen nicht in der heißen Wüstensonne liegen zu bleiben. Eine ganz besondere Rolle spielt in diesem heißen, sandigen Tanz MAN mit seinen Neoplan Doppeldeckern. Die großen Gelben aus Berlin entfachten bei den arabischen Verantwortlichen einen Sturm der Entzückung, nun galt es, dieses moderne Konzept der Wüstenstadt anzupassen. Da wäre zum einen die Gesamthöhe. 4,06 Meter, wie in Berlin, reichten nicht, es musste ein halber Meter mehr sein. Und so weist der Bus nun eine Gesamthöhe von 4,56 Metern auf. Damit kommt man im Inneren auf eine Stehhöhe von etwa 1,90 Meter im Unter- und im Oberdeck. Superlative lassen sich auch in Sachen Klimatisierung verwenden. 24 Grad Celsius galt es im Innenraum zu erreichen und zu halten. Bei Temperaturen von 53 Grad Celsius außen und bei voll besetztem Bus. Erreicht wurde das, in dem das Fahrzeug mit zwei Klimaanlagen bestückt wurde, wovon eine durch einen Hilfsmotor, es handelt sich dabei um einen Pkw-Dieselmotor, angetrieben wird. Diese Kombination ergibt unglaubliche 88 kW Kälteleistung. Damit die Frische auch bei häufigen Fahrgastwechseln im Inneren bleibt, verhindern spezielle Gummidichtungen an der Türunterkante sowie Luftvorhänge an den Türen einen Temperaturaustausch. Zusätzlich sorgt Dop­pelverglasung und eine Tönung, die gerade einmal 10 Prozent Lichtdurchlässigkeit aufweist, für einen wirksamen Wärmeschutz.
© Foto: MAN

360 PS

Der Motor leistet 360 PS, musste jedoch durch spezielle Maßnahmen wie einen zweiten Motorkühler und einen speziellen Luftfilter auf Zyklonbasis, der den allgegenwärtigen Wüstensand wirksam abfängt, angepasst werden. Denn der dringt in jede Ritze und sorgt in Verbindung mit den im Sommer unvorstellbaren Temperaturen für eine gewaltige Herausforderung an Menschen und Technik. Doch MAN kann bisher zufrieden sein: Die Fahrzeuge laufen weitgehend störungsfrei, fällt ein Bus aus, ist dafür leider viel zu oft der Fahrer schuld. Denn an einer guten Fahreraus- und -weiterbildung wird noch gefeilt. Das gilt auch für die Infrastruktur. Was nützt das modernste Fahrzeug, wenn der Bus im Stau feststeckt. Busspuren, Vorrangschaltungen, Verkehrsleitsysteme – alles Punkte, die zwar in Planung sind, derzeit aber noch nicht umgesetzt wurden. Doch Dubai ist lernfähig. Davon zeugen auch die derzeit etwa 50 klimatisierten Buswartehäuschen. In den modernen, auf 21 Grad Celsius heruntergekühlten Stadtmöbeln lässt es sich aushalten. Aushalten lässt es sich auch auf dem vor der Stadt mitten in der Wüste gelegenen Busbetriebshof. Allerdings hauptsächlich im Winter, wenn dort nur angenehme 20 Grad Celsius herrschen. Im Sommer wird es so heiß, dass schon eine versehentliche Berührung der Bus-Außenwand zu Verbrennungen führen kann. Gepflegt werden die Fahrzeuge in mit modernen Geräten ausgestatteten Hallen. Dumm nur, dass es derzeit noch an den Hallentoren mangelt. Ein Ölwechsel oder die Reparatur sensibler Bauteile gerät so immer noch zur echten Herausforderung. Doch die meistert das deutsche MAN-Team, das die einheimischen Techniker vor Ort mit Know-how unterstützt, mit Bravour. Denn dass die Busse zuverlässig auch unter den extremsten Bedingungen laufen, ist nicht nur die Grundvoraussetzung für langfristige Geschäfte in den Emiraten, es ist auch der ganze Stolz leidenschaftlicher Busbauer.
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