08.01.2018Fahrbericht Irizar i8: Gewinnertyp?

Irizar, i8, Spanien, Basken-Busse, Coach

Der Reisebus Irizar i8 will in der oberen Liga mitspielen - ein Fahrbericht klärt, ob das gelingt.

Dass Irizar gute Busse bauen kann, ist längst kein Geheimnis mehr. In Südeuropa spielen sie eine gewichtige Rolle und auch hierzulande zählen die Basken-Busse zu den hochwertigen Fahrzeugen der jeweiligen Kategorie. Nun aber will Irizar mit dem i8 auch das Hochpreis-Segment erobern. Kann das funktionieren? Wir sind den Bus gefahren.

Was für ein Ereignis! 
Der Irizar i8 ­wurde im September 2017 zum „Coach of the Year 2018“ gewählt, entsprechend euphorisch fiel die Feier im belgischen Kortrijk im Rahmen der Preisübergabe aus. Die Spanier konnten ihr Glück kaum fassen angesichts der hochkarätigen Wettbewerber, die im schwedischen Mantorp Park zum Kampf um die Bus-Krone angetreten waren. Im Grunde waren es allesamt hochwirtschaftliche Fahrzeuge, mit denen der Unternehmer auf moderne und sicherste Art und Weise Verkehre von der Ferienreise über die Fernfahrt bis hin zur Überlandlinie alles abdecken kann. Vernunfts-Fahrzeuge von der Windschutzscheibe vorn bis zum Taumelscheibenkompressor hinten. Aber nein, die internationale Fachjury entschied sich in einem Punkte-System für eine Fahrzeuggattung, die noch vor zwei Jahren beim Coach Euro Test in Bulgarien als nicht mehr in diese Zeit passend mehrheitlich abgelehnt wurde – den gehobenen Fern- bzw. Luxusreisebus. Fiel vor zwei Jahren also eine Setra TopClass gnadenlos durch, holte sich nun ausgerechnet ihr spanischer Bruder im Geiste die begehrte Trophäe. Am Preis kann es nicht gelegen haben, gut 390.000 Euro soll der i8 laut Hersteller kosten, das ist alles andere als ein Schnäppchen, zumal es mit dem i6S einen preiswerten Bus aus eigener Fertigung gibt, der als absolut spannende Alternative zu Tourismo und Lion’s Coach gehandelt werden kann.

Verschiedene Modelle
Den i8 gibt es in vier unterschiedlichen Längen. Und alle Achtung, darunter befindet sich mit einer Länge von 12,4 Metern auch ein Zweiachser. 19,5 Tonnen machen es möglich, viel Spielraum bei der Zuladung dürfte es bei einem Bus dieser Höhe aber nicht mehr geben. Es folgen die Dreiachser mit Längen von 13,22 Metern, 14,07 Metern und 14,98 Metern. Bei allen Bussen handelt es sich um selbst-tragende Aufbauten. Geschaltet wird grundsätzlich automatisiert, wobei es auch die Wandler-Version ZF EcoLife gibt. Der knapp 15 Meter lange i8 ist übrigens ein wahres Raumwunder, in ihn passen ohne verbautes WC 67 Fahrgäste. 

Live vor Ort
Sowohl in Schweden im Rahmen des Coach Euro Test als auch in Deutschland mit einem Vorführ-Bus hatten die Redakteure der OMNIBUSREVUE Gelegenheit, den Bus gründlich kennenzulernen. Optisch ist dieser Bus durchaus eine Erscheinung, und zwar eine gewaltige. Knapp vier Meter misst der i8 in der Höhe, das schafft zwar viel Platz für Gepäck, Aggregate und Fahrgäste, aber auch so manches Kopfzerbrechen, wenn mal wieder eine Brücke als zu niedrig ausgewiesen wird. Aber dafür beträgt die Innenstehhöhe stolze 2.010 mm.

Typisch Irizar ist auch die weit nach unten gezogene Dachpartie an der Front. Es ist so etwas wie das Markenzeichen der Reisebus-Flotte, sorgt aber leider auch für etwas weniger Aussicht nach vorn hinaus. Aber dafür gibt es ja eine Außenkamera, die die Fahrt auf die Fahrgastmonitore spiegeln kann. Mit seinen sehr schmal geschnittenen Scheinwerfern besitzt der i8 ein modernes Gesicht. Überhaupt bestimmen scharfe, klare Linien das Gesamtbild. Interessant ist, dass der i8 im Frontbereich etwas schmaler gehalten ist und sich erst im Bereich der B-Säule leicht auf die üblichen 2,55 Meter verbreitert. Das soll den Bus windschnittiger machen. Im Grunde eine gute Idee, wenn da nicht die ein wenig merkwürdig eingezogene Frontscheibe mit deutlich fühl- und sichtbarem Rand wäre, die einem günstigen cW-Wert entgegenstehen dürfte.




 

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