Der Spezereinenhändler und Organist hinterließ die größte private Tastenmusik-Sammlung des 18. Jahrhunderts. Heute wird diese im Bach-Archiv Leipzig verwahrt, denn Scholz kopierte mehr als 250 Werke Johann Sebastian Bachs, die er zum größten Teil auch selbst bearbeitete. Im Rahmen der Kabinettausstellung „Bach »Nürnberger Art«. Die einzigartige Bach-Sammlung des Organisten Leonhard Scholz“ werden die Zimelien dieser Sammlung nun erstmals öffentlich präsentiert. Exponate zu biographischen Aspekten lassen ergänzend zu den Dokumenten der Kollektion ein lebendiges Bild des außergewöhnlichen Menschen Leonhard Scholz entstehen. Wer war Leonhard Scholz? Eine neue Kabinettausstellung im Bach-Museum Leipzig gibt Einblicke in die Lebenswelt eines außergewöhnlichen Nürnberger Bürgers.
Die Sammlung Scholz wurde erst 1968 bekannt, als das Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen einen Großteil des Bestandes erwarb, der sich bis dahin in Privatbesitz befunden hatte. Hier wurde sie – nach Auswertung der Quellen für die Neue Bach-Ausgabe – 2003 digital katalogisiert sowie umfassend untersucht. Nach Auflösung des Instituts im Jahr 2006 ging die Sammlung in den Besitz des Bach-Archivs Leipzig über, das 2003 bereits weitere Scholz-Quellen aus demselben Privatbesitz erworben hatte. Seit dem 19. September 2013 wird die Sammlung Scholz im Bach-Museum Leipzig nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. In Ergänzung der ausgewählten Dokumente lassen Exponate zu biographischen Aspekten wie eine Kopie eines seltenen Nürnberger Geigenwerks oder Gestaltungselemente wie der Turm, in dem er sein untreues Weib auf seine Kosten einsperren ließ, ein lebendiges Bild des außergewöhnlichen Menschen Leonhard Scholz entstehen. Ein Modell eines Orgelspieltischs verdeutlicht, wie Scholz mit den Werken Bachs experimentierte und sie auf die Besonderheiten der Nürnberger Orgeln zuschnitt. Die Kabinettausstellung wird noch bis zum 9. Februar 2014 im Bach-Museum Leipzig gezeigt. Mehr Informationen unter http://www.bachmuseumleipzig.de. (ah)