Bürgerbusse rollen zur Grünen Woche nach Berlin

19.01.2012 14:44 Uhr
Bürgerbus
© Foto: Pro Bürgerbus NRW

Die nordrhein-westfälischen Bürgerbusvereine präsentieren sich von 20. bis 29. Januar 2012 auf der Internationalen Grünen Woche in der Messe Berlin und informieren dort über effiziente Mobilitätsangebote im ländlichen Raum.

Auf Einladung der Agrarsozialen Gesellschaft Göttingen stellen sie mit ihrem Dachverband Pro Bürgerbus NRW bei der Gemeinschaftsschau „Lebens(T)raum Dorf“ ihre ehrenamtlich organisierten Mobilitätsprojekte vor. „Wir möchten die Pionierleistung, die Nordrhein-Westfalen für die Bürgerbus-Idee erbracht hat, weiter tragen“, erklärt Franz Heckens, Vorsitzender von Pro Bürgerbus NRW, das Messeengagement, das in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr (MWEBWV) des Landes Nordrhein-Westfalen und der Gemeinschaftskampagne „Busse & Bahnen NRW“ realisiert wird. „Das Organisations- und Finanzierungskonzept der Bürgerbusse in NRW ist besonders erfolgreich und sicher ein gutes Modell für andere Bundesländer“, meint auch Hajo Kuhlisch, verantwortlicher Referatsleiter im MWEBWV. „Ebenso beispielhaft ist der Einsatz unserer 2.500 ehrenamtlichen Bürgerbus- Fahrer und Fahrerinnen, die früh morgens nicht im Bett bleiben, sondern aufstehen, damit Kinder gut zur Schule oder ältere Mitbürger zum Arzt kommen“, so Kuhlisch weiter. Von den bundesweit 170 Bürgerbus-Vereinen finden sich 105 allein in Nordrhein-Westfalen. Hier ist der Bürgerbus ein fester Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs und ergänzt in ländlichen Regionen sowie in Stadtrandlagen das reguläre Bus- und Bahnangebot. Die Kleinbusse mit acht Sitzplätzen sind grundsätzlich in den Räumen und zu den Zeiten unterwegs, in denen ein regelmäßiger Linienverkehr wirtschaftlich nicht tragbar ist. Dabei besetzt der Bürgerbus eine Nische zwischen Rufbussystemen und Regional- beziehungsweise Stadtbussen. Rund 850.000 Fahrgäste pro Jahr nutzen das ehrenamtlich organisierte Mobilitätsangebot in ihrer Stadt oder Gemeinde regelmäßig. Grundlage für die Bürgerbusvereine in Nordrhein-Westfalen ist die aus England und den Niederlanden stammende Idee „Bürger fahren für Bürger“. Sie basiert auf dem Prinzip des Ehrenamts. Getragen und finanziert werden die einzelnen Bürgerbusprojekte durch die jeweilige Kommune, ein betreuendes Verkehrsunternehmen und das Land Nordrhein- Westfalen, das die Beschaffung der Bürgerbusse mit je 35.000 Euro unterstützt. Zusätzlich erhalten die Vereine eine jährliche Organisationspauschale von 5.000 Euro. Die bereitgestellten Landesmittel belaufen sich auf gut eine Million Euro pro Jahr. (ah)

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