Die Tourismusbranche darf sich offenbar auf flexiblere Arbeitszeiten einstellen. Konkrete Pläne dazu teilte Christoph Ploß (CDU), Koordinator für maritime Wirtschaft und Tourismus im Bundeswirtschaftsministerium, am Mittwoch, 24. Juni, im Ausschuss für Tourismus mit. Demnach soll das Gesetz im Herbst in den Bundestag eingebracht werden und am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Branche selbst wünsche sich eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag und eine Umstellung der Wochenarbeitszeit, um flexibler arbeiten zu können.
Tourismusbranche ist durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt
Das Thema Arbeitszeiten in der Tourismusbranche werde nicht nur im Koalitionsausschuss behandelt, sondern sei wichtiges Element in der Nationalen Tourismusstrategie (NTS) der Bundesregierung. „Die Strategie bündelt erstmals alle für die Branche relevanten Maßnahmen der Regierungsressorts unter dem übergeordneten Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandortes Deutschland zu stärken“, heißt es in der Strategie, die die Bundesregierung Anfang des Jahres auf den Weg gebracht hat. Darin wird der Tourismus unter anderem als ein Arbeitgeber beschrieben, der sich „durch eine starke Prägung kleiner und mittlerer Unternehmen auszeichne“.
Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur
Geplant sind laut Ploß neben der Änderung der Arbeitszeit unter anderem auch der Abbau bürokratischer Hürden für Unternehmen, die Stärkung der Anbindung Deutschlands ins benachbarte Ausland sowie der Mobilität im Land und eine weitere Digitalisierung. Deshalb wolle die Bundesregierung „massiv in eine moderne, effiziente und umweltfreundliche Verkehrsinfrastruktur investieren sowie die Digitalisierung und Elektrifizierung vorantreiben“, heißt es in dem Strategiepapier. Die Redner der Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD unterstützten im Ausschuss das Konzept.
Praxischeck im Tourismus soll es weiter geben
Die Fraktion der Grünen wollte dazu wissen, ob das Instrument des „Praxischecks im Tourismus“ weitergeführt werde. Das letzte Diskussionsforum dieser Art habe in Bayern stattgefunden, um über den Abbau bürokratischer Hürden, rechtlicher Vorschriften und praktische Abläufe der Branche zu sprechen. Tourismusbeauftragter Ploß antwortete, es werde dieses Forum weiterhin geben, das nächste Treffen sei für September in Lüneburg/Niedersachsen geplant.