„Einstieg vorn" beim Hamburger Verkehrsverbund (HVV)

17.02.2011 15:52 Uhr
Einstieg Vordertür SSB
© Foto: SSB

Ab 7. März werden die Fahrgäste auf den HVV-Buslinien im Raum Bergedorf und Harburg gebeten, vorne einzusteigen und ihre Fahrkarten vorzuzeigen.

Das Pilotprojekt „Einstieg vorn“ ist Teil eines neuen Fahrkarten-Prüfkonzepts, mit dem der HVV die Schwarzfahrerquote senken will. Lutz Aigner, Geschäftsführer des Hamburger Verkehrsverbundes: „Im Interesse von ehrlich zahlenden Fahrgästen kann der HVV das Schwarzfahren nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn pro Jahr entgehen dem Verbund bei einer Schwarzfahrerquote von 3,5 Prozent mehr als 20 Millionen Euro Fahrgeldeinnahmen.“ Anlass für die Entwicklung des neuen Prüfkonzepts waren Kontrollen auf verschiedenen Buslinien im Großbereich Hamburg, bei denen deutlich überdurchschnittliche, teilweise sogar zweistellige Schwarzfahrerquoten festgestellt wurden. Zwar könnten diese Stichproben nicht als repräsentativ für alle Buslinien des Verkehrsverbundes gelten, aber sie zeigten Handlungsbedarf für ein systematischeres Vorgehen bei Fahrkartenkontrollen im Busbereich an. Das neue, gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen entwickelte Konzept sieht 50 Prozent mehr Fahrkartenprüfungen im Busbereich vor. Für jede Linie gibt es Prüfvorgaben, die jeweils nach ermitteltem Schwarzfahreranteil flexibel gestaltet werden. Außerdem arbeiten die Prüfdienste der einzelnen Verkehrsunternehmen vermehrt zusammen, um besonders bei gemeinsamen Schwerpunktaktionen effektiver vorgehen zu können. Ein weiterer Bestandteil des neuen Prüfkonzepts ist der „Einstieg vorn“. Während der einjährigen Pilotphase wird der HVV das Funktionieren und die Wirkung des Vorne-Einstiegs bewerten. So wird ein Vorher-Nachher-Vergleich von Schwarzfahrerquote und Fahrgeldeinnahmen erfolgen. Ebenso wird geprüft, ob sich die Fahrtzeiten durch den „Einstieg vorn“ verändert haben. Außerdem werden sowohl die Fahrgäste als auch das Fahrpersonal nach den Erfahrungen mit der neuen Regelung befragt. Der HVV erwartet insgesamt durch sein neues Prüfkonzept eine Senkung der Schwarzfahrerquote um 1 bis 1,5 Prozentpunkte und damit Mehreinnahmen von bis zu sechs Millionen Euro jährlich. (ah)

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