Wenig überraschend sind zunächst die beliebtesten Städte für An- und Abreise. Mit Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main sind es die Metropolen des Landes. Unter den Top-20 der meistgesuchten Städte finden sich aber neben den zu erwartenden Großstädten auch kleinere Städte wie Freiburg oder Heidelberg. Gerade die zwei mittelgroßen Studentenstädte zeigen einmal mehr, dass Fernbusse sich besonders bei Studenten und jungen Leuten als kostengünstige Alternative zur Bahn etabliert haben. Bei den gesuchten Städteverbindungen liegen Fernbuslinien in die Hauptstadt Berlin deutlich vorn – rund 17 Prozent aller Abfragen hatten dieses Ziel. Die Top-5 der meistgesuchten Verbindungen sind damit Hamburg–Berlin, Köln–Berlin, Berlin–München, Berlin–Hamburg und München–Berlin.
Gerade als Abfahrtsort war auch Leipzig auffallend beliebt mit einem fünften Platz, obwohl die Stadt noch nicht optimal ins Fernbusnetz eingebunden ist, wie der relative Fernbus-Netzfaktor (rFNF) von 0,4 belegt. Der rFNF errechnet sich aus dem Verhältnis Suchanfragen zu Ergebnissen – gut integrierte Städte wie Berlin oder Hamburg kommen hier auf Werte von 4,7 beziehungsweise 3,5. Das bedeutet, dass beispielsweise für Berlin pro tatsächlicher Anfrage durchschnittlich 4,7 Ergebnisse ausgegeben werden. „Der rFNF zeigt die Beliebtheit einer Stadt oder Busverbindung in Relation zur Verfügbarkeit von Fernbuslinien und ist damit ein guter Indikator, um Aussagen über die Qualität der Anbindung und das ungenutzte Potenzial einer Strecke zu treffen“, so Marc Hofmann, Geschäftsführer dialogbetrieb GmbH & Co. KG. Gern gesucht, aber noch ausbaufähig sind Verbindungen von Dortmund aus mit einem rFNF von 1,2 und Köln mit 1,4. Auch als Zielort ist Köln mit dem Faktor 1,3 noch nicht optimal eingebunden, ebenso wie Bremen mit einem rFNF von 1,2. Gravierende Lücken zeigen sich bei Fernbus-Linien nach Bonn oder Kiel jeweils mit einem Faktor von 0,2. Bestens zu erreichen mit den Fernbussen sind dagegen erneut Berlin und Hamburg, aber auch Dresden mit einem Faktor von 6,5, der sich damit erklärt, dass die Stadt als Zwischenstation auf zahlreichen Buslinien liegt.
Nach Auswertung der Daten und auch in den Anfragen auf der Fernbus-Wunschseite von Fernbusse.de zeigt sich, dass die meisten großen Städte sehr gut bis ausreichend an das bundesweite Fernbusnetz angebunden sind. Die einzelnen Lücken sind meist kleinere Städte wie beispielsweise Koblenz, Flensburg oder Erfurt, die aber auch allmählich bedient werden, oft von regionalen Anbietern. So verkehrt CuxBus auf der Strecke von Cuxhaven nach Duisburg über Osnabrück und deckt damit einen Bereich ab, den kein anderer Anbieter auf dem Plan hat. Hahn-Express schließt eine andere Lücke mit der Anbindung der Flughäfen Baden Airpark und Hahn Airport an Heidelberg über Karlsruhe beziehungsweise Mannheim. Nach etwas mehr als einem halben Jahr Fernbus-Verkehr in Deutschland sind viele größere Städte gut ins Netz eingebunden, trotzdem gibt es noch großes Potential bei einigen noch nicht oder nur unzureichend verfügbaren Fernbusverbindungen. Die Lücken werden einerseits von den großen Unternehmen durch die Erweiterung ihrer Fahrpläne geschlossen, andere weiße Flecken auf der Fernbuskarte bieten Chancen für zusätzliche regionale Anbieter, indem diese gerade kleinere Städte anfahren. „Daneben werden wohl immer mehr Kooperationen zwischen den Branchenriesen und kleineren Anbietern zustande kommen. Wir rechnen daher damit, dass das Fernbus-Netz in Deutschland auch in den nächsten Monaten noch deutlich wachsen wird“, so die Betreiber des Vergleichportals abschließend. (ah)