Fernbusse profitieren deutlich vom Bahnstreik

11.11.2014 16:18 Uhr

Während der Streiktage konnten sich die Anbieter über 3,5 mal mehr Umsatz freuen und mehr als dreimal so viele Fahrkarten verkaufen wie im Vergleichszeitraum.

Aufgrund der deutlich gestiegenen Nachfrage erhöhten sich die Ticketpreise um durchschnittlich 18 Prozent. Dies teilt das Portal Fernbusse.de mit. In einer Studie stellt die Fernbus-Suchmaschine die Buchungsdaten während des Bahnstreiks von Mittwoch, 5. November, bis Samstag, 8. November, den Zahlen der Vorwoche gegenüber. Dabei war die Verteuerung der Tickets laut Fernbusse.de durch die erhöhte Nachfrage bedingt. Während Fahrkarten online normalerweise sehr günstig in verschiedenen Preiskategorien angeboten würden, habe die hohe Auslastung der Busse dazu geführt, dass oft nur noch Fahrkarten zum deutlich höheren Normalpreis zur Verfügung gestanden seien. Grund dafür sei bei den meisten Anbietern ein Yield-Management, das ähnlich wie bei Billigfluggesellschaften reagiere: Sind die Kontingente der Online-Sonderpreise aufgebraucht, sind nur noch Buchungen zum Normalpreis möglich.

Beim im Vergleichszeitraum günstigsten Anbieter FlixBus war während des Bahnstreiks eine Preissteigerung von 13 Prozent zu verzeichnen, teilt Fernbusse.de mit. Fahrkarten des Marktführers MeinFernbus hätten sich im Schnitt um rund 22 Prozent verteuert. Bei ADAC Postbus hätten die Kunden fast 28 Prozent mehr für ihre Fahrt zahlen müssen. Noch deutlicher sei die Preissteigerung bei BerlinLinienBus mit durchschnittlich knapp 35 Prozent gewesen – allerdings sei dieser Wert vor allem darauf zurückzuführen, dass besonders günstige Sonderkontingente auf beliebten Strecken wie Hamburg–Berlin schnell ausverkauft gewesen und dann nur noch Normaltickets zu einem mehr als doppelt so teuren Preis angeboten worden seien. Dabei seien die meisten Ticketpreise trotz der Verteuerungen im Bereich von 20 Euro geblieben. Daneben hätten einzelne Unternehmen ihr Angebot während des Bahnstreiks deutlich aufgesteckt und auf die hohe Nachfrage mit zusätzlichen Bussen reagiert.

Vergleicht man schließlich die Streikpreise der sechs führenden Anbieter untereinander, zeigen sich weitere Unterschiede: Während die gelben Busse von ADAC Postbus mit ihren Preisen im Mittel der Anbieter lagen, kosteten die grünen MeinFernbusse zehn Prozent mehr als der Durchschnitt, so das Ergebnis der Fernbus-Suchmaschine. Die IC Busse der Bahn seien 26 Prozent teurer gewesen. Günstige Tickets habe es vor allem von FlixBus gegeben, aber auch von BerlinLinienBus, die beide etwa zehn Prozent unter den Durchschnittspreisen gelegen hätten. Die günstigsten Tickets seien im Warenkorb von DeinBus.de mit einem Wert von mehr als 22 Prozent unter dem Durchschnitt zu finden gewesen. Bei DeinBus.de seien diese niedrigeren Preise auch auf die verhältnismäßig kurzen Strecken zurückzuführen.

„Neben den zusätzlichen Buchungen während des Streiks erwarten die Anbieter auch langfristigen Zuwachs durch Kunden, die positive Erfahrungen gemacht haben oder aufgrund des Bahnstreiks erstmals die Fernbusse nutzten. Dies dürfte das bisherige starke Marktwachstum weiter unterstützen. Davon konnten in den vergangenen Monaten vor allem MeinFernbus, Flixbus und Postbus profitieren. Gerade die beiden letztgenannten gewannen deutlich an Marktanteil“, so Andreas Oswald von Fernbusse.de. (ah)

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