Am Mittwoch, 27. Mai, hat das Bundeskabinett die vom Bundesverkehrsministerium (BMV) vorgelegte Änderungsverordnung zur Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung und anderer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften beschlossen. Damit schaffe man „die Grundlage für eine langfristige Fachkräftegewinnung – auch aus dem Ausland“, erklärte das Ministerium.
Sprachenkatalog und Führerschein aus Drittstaaten
Die Änderungsverordnung sieht laut BMV unter anderem die folgenden Punkte vor:
- Die Prüfung der beschleunigten Grundqualifikation soll künftig – neben Deutsch - in einer von acht Fremdsprachen abgelegt (Englisch, Hocharabisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch) werden können.
- Außerdem sollen die Ukraine und Montenegro in die Fahrerlaubnis-Verordnung aufgenommen werden, so dass Führerscheine aus diesen Ländern künftig prüfungsfrei in eine deutsche Fahrerlaubnis umgeschrieben werden können.
- Der Sprachenkatalog für die theoretische Fahrerlaubnisprüfung wird um Ukrainisch und Kurmandschi (der am weitesten verbreitete Dialekt der kurdischen Sprache) erweitert.
- In der EU umgetauschte Führerscheine aus Drittstaaten sollen künftig auch in Deutschland anerkannt werden.
- Die praktische Prüfung soll von derzeit 210 Minuten um 90 Minuten auf 120 Minuten gekürzt werden.
Das Inkrafttreten der Änderungsverordnung sei „noch für dieses Jahr geplant“, erklärte das Bundesverkehrsministerium.
"Unsere Maßnahmen können langfristig nur greifen, wenn die Branche selbst aktiv wird und den Job für Bus- und Lkw-Fahrer attraktiver macht."
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder
Änderungen sollen Zugangshürden abbauen
„Ohne unsere Berufskraftfahrer in der Logistik und im ÖPNV würde Deutschland stillstehen. Mit der Änderungsverordnung bauen wir Zugangshürden ab und bringen Fahrerinnen und Fahrer schneller in den Job“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). „Zum Beispiel soll die Prüfung für die beschleunigte Grundqualifikation in mehreren Fremdsprachen möglich sein. Außerdem schaffen wir die Voraussetzungen, dass in der EU umgetauschte Führerscheine aus Drittstaaten künftig auch in Deutschland anerkannt werden. Aber klar ist auch: Unsere Maßnahmen können langfristig nur greifen, wenn die Branche selbst aktiv wird und den Job für Bus- und Lkw-Fahrer attraktiver macht.“