IBV kämpft gegen die Diskriminierung deutscher Busreiseveranstalter

13.02.2012 16:31 Uhr
Umweltzone
© Foto: dapd/Nigel Treblin

Während ausländische Busse auch ohne Euro 4 in Umweltzonen einfahren dürfen, müssen deutsche Busse draußen bleiben.

Der Internationale Bustourismusverband (IBV) kämpft deshalb gegen die Diskriminierung deutscher Busreiseveranstalter. Im Laufe der vergangenen Woche war der IBV auf den verschiedenen politischen Ebenen und Bühnen gefordert. So tagte am 6. Februar 2012 der Beirat für Fragen des Tourismus, der als hochrangiges Fachgremium das Bundeswirtschaftsministerium berät und dem auch RDA-Präsident Richard Eberhardt bereits zum dritten Mal angehört. Der Beirat trat zu seiner ersten Sitzung in diesem Jahr zusammen und nahm unter anderem eine ausführliche Lagebewertung vor. Mit der neuen Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“, die dem Fachgremium vorgestellt wurde, liegen erstmals aktuelle und belastbare Zahlen zum ökonomischen Stellenwert des Tourismus in der deutschen Volkswirtschaft vor. Die Studie wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und vom BTW herausgegeben. Mit einem direkten Einkommenseffekt von 4,4 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung des Jahres 2010 erwirtschaftete die Tourismuswirtschaft in ihrem Kernbereich 97 Milliarden Euro. Mit knapp 2,9 Millionen direkt im Tourismus beschäftigten Menschen stellt sie 7,0 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Ernst Burgbacher, erörterte darüber hinaus, dass im Jahr 2012 das Thema Tourismus im ländlichen Raum in den Fokus der Aktivitäten gestellt werde. Richard Eberhardt wies darauf hin, dass insbesondere die Bustouristik den ländlichen Raum seit langem erschließe. Viele Reisen abseits der Ballungsgebiete würden aber gern mit Ausflügen in nahe liegende Städte verknüpft. Doch da gebe es zunehmend Probleme mit der Verschärfung der Umweltschutzregelungen seit Anfang des Jahres. „Insbesondere Berlin, beliebter Anlaufpunkt bei Reisen in das ländliche Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen, diskriminiert seit Jahresbeginn deutsche Busunternehmer“, kritisiert Eberhardt. „Deutsche Busse ohne Euro 4 dürfen nicht mehr in die Umweltzone einfahren, ausländische Busse hingegen schon.“ Eine absurde Situation, wie auch die weiteren Beiratsmitglieder bestätigten. Beiratsmitglied Dr. Gerd Landsberg, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, wird dieses Thema in seinen Gremien aufgreifen. Am 8. Februar 2012 nahm RDA-Hauptgeschäftsführer Dieter Gauf an einer Anhörung zum Thema „Barrierefreier Tourismus“ im Ausschuss für Tourismus des Deutschen Bundestages teil. In barrierefreien Reiseangeboten steckt für die Tourismusbranche viel unerschlossenes Wachstumspotenzial, so das Fazit. Davon zeigten sich der Ausschuß-Vorsitzende Klaus Brähmig (CDU/CSU) sowie etliche Experten überzeugt. Die ökonomische Bedeutung barrierefreien Reisens sei insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in der Tourismusbranche noch nicht ausreichend zur Kenntnis genommen und in entsprechende Produkte und Dienstleistungen umgesetzt worden. „Dieses Thema wird auch für die Bustouristik an Bedeutung gewinnen“, zeigte sich Gauf überzeugt. Am Abend vorher hatte die Arbeitsgruppe Tourismus der SPD Bundestagsfraktion zu einem tourismuspolitischen Informationsgespräch in die Landesvertretung Bremen geladen. Dieter Gauf nutzte die Gelegenheit um im direkten Gespräch unter anderem den Vorsitzenden der Arbeitsgruppe, Hans Joachim Hacker, sowie die Abgeordneten Gabriele Hiller-Ohm und Heinz Paula über drängende Branchenanliegen, wie die Verschärfung der Umweltzonenregelung und die Folgen für die Busunternehmer, zu informieren. (ah)

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