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Insolvenzen: Hacker Touristik kapituliert vor Corona und Energiepreisen

Obwohl Doppelminister Habeck meinte, Insolvenzen würde es nicht geben, manche Unternehmen hörten nur einfach auf, zu arbeiten, hat Hacker Touristik gerade Insolvenz angemeldet. Vielleicht bedeutet "Insolvenz" ja jetzt, dass manche Unternehmen nicht aufhören, zu arbeiten, sondern von "Investoren" aufgekauft und "saniert" werden. Welch großes Glück doch im Fahrwasser "politischer Wunschentscheidungen" liegt!
© Foto: Hacker Touristik

Die Mitarbeiter wurden bereits informiert, der Linien- und Schulverkehr geht weiter. Alle anderen Reisen des traditionsreichen Sinsheimer Busunternehmens Hacker Touristik fallen dem Insolvenzantrag zum Opfer.


Datum:
26.09.2022
Autor:
Judith Böhnke
Lesezeit:
2 min
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Gegründet worden war Hacker Touristik 1986. Neben den ÖPNV-Angeboten war das Unternehmen mit Reisen innerhalb Deutschlands und im gesamten europäischen Ausland unterwegs gewesen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft noch Sanierungsoptionen. Anwalt Holger Blümle zum Linien- und Schulverkehr: „Wir stehen in Kontakt mit den Verkehrsverbünden und sind mit unseren modernen Fahrzeugen wie gewohnt im Einsatz.“ Dreh- und Angelpunkt von Hacker Touristik ist das neu errichtete Betriebsgelände mit Büros, Hallen- und Abstellflächen im Industriegebiet Oberer Renngrund in Sinsheim-Reihen, das das Unternehmen 2016 bezogen hat.

Pandemie und Kraftstoffpreise als Ursache

Der Insolvenzantrag ist Folge der Corona-Beschränkungen aus den vergangenen Jahren. Dass Busreisen über Monate hinweg nicht oder nicht in dem erforderlichen Umfang stattfinden durften, hat Hacker Touristik – wie unzählige weitere Unternehmen – finanziell stark belastet. Jetzt kommen noch die massiv gestiegenen Kosten für Kraftstoff hinzu, die nicht an die Kunden weitergegeben werden können.

„Bereits jetzt ist klar, dass die für den Herbst und Winter geplanten Busreisen aufgrund des Insolvenzantrags und der angespannten finanziellen Lage des Unternehmens nicht durchgeführt werden können“, so Anwalt Blümle. Seit der Planung der Reisen ist der Preis für Dieselkraftstoff enorm gestiegen. Dadurch sind die Reisen mit den noch im vergangenen Jahr kalkulierten Reisepreisen für Hacker Touristik wirtschaftlich derzeit nicht darstellbar. 

Insolvenz – und dann?

„Ich kann verstehen, dass das für diejenigen, die eine solche Reise gebucht und sich sicherlich darauf gefreut haben, keine schöne Nachricht ist. Leider haben wir aber keine andere Wahl. Die gute Nachricht ist, dass den Kunden durch die Stornierung der Reisen keine finanziellen Nachteile entstehen sollten“, meint der vorläufige Insolvenzverwalter. Bereits geleistete Anzahlungen für Reisen mit Hacker Touristik sollten über die sogenannten Reisesicherungsscheine abgesichert sein. Das Unternehmen wird sich mit allen, die eine Busreise bei Hacker Touristik gebucht haben, in Verbindung setzen, um sie über den Prozess der Rückerstattung zu informieren, so Blümle. Michael Hacker von Hacker Touristik ergänzt: „Wir werden im Rahmen der Restrukturierung versuchen, individuelle Sonderreisen und Tagesfahrten anzubieten und mit einem neuen Katalog im Frühjahr wieder auf unsere treuen Kunden zuzugehen. Individuell durch Gruppen gebuchte Fahrten werden wir weiter anbieten und entsprechend der Buchungen durchführen.“ Inwieweit im kommenden Frühjahr neue Busreisen angeboten werden könnten, hängt allerdings vom Fortgang der Sanierungsbemühungen ab. 

Investoren & Insolvenz: was „staatliche Maßnahmen“ an die Wand fahren, lässt sich billig schießen …

Der vorläufige Insolvenzverwalter will bereits in Kürze eine gezielte Suche nach möglichen Investoren starten. „Die Tatsache, dass Hacker Touristik breit aufgestellt ist und mit dem Linien- und Schulverkehr und den touristischen Busreisen über mehrere Standbeine verfügt, macht das Unternehmen für potenzielle Investoren attraktiv. Hinzu kommt, dass viele Kunden regelmäßig Busreisen mit Hacker Touristik gemacht haben und das Unternehmen als Anbieter von Katalogreisen über die Region hinaus einen bekannten Namen hat.“ Wenn es gelänge, einen Investor zu finden, der an das Potential von Hacker Touristik glaube, sei eine Sanierung möglich, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

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