Kraftstoffpreise: bdo fordert gezielte Entlastung für Busunternehmen

25.06.2026 14:33 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Rund zwei Drittel der Busunternehmen beobachten laut bdo Veränderungen im Buchungsverhalten ihrer Kunden
© Foto: Open Ai

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) setzt sich bei der Bundesregierung für die Einführung eines sogenannten „Gewerbediesels“ ein.

Hintergrund ist die Belastung der Busunternehmen durch als Folge des Konflikts im Nahen Osten stark gestiegenen Kraftstoffkosten, die unter anderem die Bustouristik weiterhin erheblich belasten würden, so der Verband. Busunternehmen würden von „Gewinnrückgängen, eingeschränkten Handlungsspielräumen und Veränderungen im Buchungsverhalten ihrer Kunden“, so der bdo, weshalb man sich mit einem Schreiben an Bundesregierung gewandt und die Einführung eines Gewerbediesels als zielgerichtete Anschlusslösung nach dem Auslaufen des Tankrabatts gefordert habe.

Kraftstoffpreise setzen Busbetriebe unter Druck

Der Tankrabatt habe die Auswirkungen hoher Kraftstoffpreise in den vergangenen Monaten zumindest teilweise abgefedert, so der bdo, weshalb sich mit seinem Auslaufen umso dringlicher die Frag stelle, „wie belastbar die wirtschaftliche Situation der Bustouristiker tatsächlich ist“. In diesem Zusammenhang verweist der Branchenverband auf die Zahlen aus dem bdo-Branchenpuls, an dem sich 229 Busbetriebe beteiligt haben. Aus diesen Zahlen werde deutlich, dass die gestiegenen Kraftstoffkosten die Branche „massiv unter Druck setzen“, so der bdo. Rund 80 Prozent der befragten Unternehmen geben an, stark oder sehr stark belastet zu sein. Gleichzeitig berichten viele Betriebe von deutlich gestiegenen Treibstoffkosten gegenüber dem Vorjahr.


"Die Ergebnisse unseres bdo-Branchenpulses zeigen deutlich, wie stark die Busunternehmen bereits heute unter den hohen Kraftstoffkosten leiden"

bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard


Gestiegene Kosten können nicht weitergegeben werden

Laut dem bdo-Branchenpuls verzeichnen mehr als acht von zehn Unternehmen Gewinnrückgänge, knapp ein Viertel kämpfe mit Liquiditätsproblemen. Besonders problematisch sei, dass „die gestiegenen Kosten häufig nicht weitergegeben werden konnten: Mehr als die Hälfte der Unternehmen war bei bereits gebuchten oder angebotenen Fahrten überhaupt nicht in der Lage, höhere Kraftstoffkosten nachträglich einzupreisen“, so der bdo. Auch auf der Nachfrageseite zeigen sich erste Auswirkungen. Rund zwei Drittel der Unternehmen beobachten Veränderungen im Buchungsverhalten ihrer Kunden. Genannt werden insbesondere weniger Buchungen, kurzfristigere Entscheidungen sowie Rückgänge bei Gruppen- und Mehrtagesreisen.

Busbetriebe stehen im europäischen Wettbewerb unter Druck

„Die Ergebnisse unseres bdo-Branchenpulses zeigen deutlich, wie stark die Busunternehmen bereits heute unter den hohen Kraftstoffkosten leiden“, sagte Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo. „Gleichzeitig stehen deutsche Betriebe im europäischen Wettbewerb zunehmend unter Druck, 0weil zahlreiche Nachbarstaaten ihre Transport- und Mobilitätsunternehmen steuerlich entlasten. Mit dem Auslaufen des Tankrabatts braucht es deshalb eine zielgerichtete Anschlusslösung. Gemeinsam mit dem BGL haben wir der Bundesregierung die Einführung eines Gewerbediesels vorgeschlagen.“

Einschränkungen im Reiseangebot drohen

Mit Blick auf die kommenden Monate bleibe die Stimmung angespannt, so der bdo, der warnt: „Sollte das aktuelle Energiepreisniveau bestehen bleiben, erwartet eine große Mehrheit der Unternehmen weitere Preissteigerungen. Viele Betriebe rechnen zudem mit sinkenden Investitionen, Einschränkungen im Reiseangebot oder weiteren wirtschaftlichen Belastungen.“ Auch vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse habe man sich an die Bundesregierung gewandt. Mit der Einführung eines Gewerbediesels für die gewerbliche Personenbeförderung mit Bussen soll die „Energiesteuer auf das europäische Mindestmaß“ abgesenkt und über ein unbürokratisches Rückerstattungsverfahren gewährt werden können.


"Ein Gewerbediesel würde für fairere Wettbewerbsbedingungen sorgen."

bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard


Gewerbediesel würde die Betriebe spürbar entlasten

„Ein Gewerbediesel würde für fairere Wettbewerbsbedingungen sorgen, die Betriebe spürbar entlasten und die Mobilität der Menschen sichern. Die Politik verfügt über den notwendigen Handlungsspielraum, um eine solche wettbewerbssichernde Unterstützung für den gewerblichen Personen- und Güterverkehr auf den Weg zu bringen“, sagte bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard.

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