Eine überbordende Bürokratie nennen 65 Prozent der befragten Mittelständler als größte Belastung für ihr Unternehmen. Die Zahl stammt aus dem aktuellen DMB Risiko-Report Mittelstand 2026, den der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) veröffentlicht hat. Der Report 2026 basiert laut DMB auf einer bundesweiten Befragung von 1071 Unternehmerinnen und Unternehmern im Zeitraum zwischen Januar und April 2026. Befragt wurden Inhaber und Geschäftsführer von Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen. Die Studie wurde gemeinsam mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin) erstellt.
Vielzahl von Belastungsfaktoren
Neben der überbordenden Bürokratie sind es hohe Energiepreise (62,9 Prozent), der Fachkräftemangel (56,3 Prozent) und regulatorische Anforderungen (57,1 Prozent), die von den Unternehmen als Belastungsfaktoren genannt werden. „Die zentrale Herausforderung des Mittelstands besteht darin, dass immer mehr Unternehmen ihre Ressourcen darauf verwenden müssen, Stabilität zu sichern, statt Zukunft zu gestalten“, sagte Marc S. Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des DMB. Besonders kritisch bewertet der DMB die langfristigen Folgen dieser Entwicklung. Der Risiko-Report zeigt, dass viele Unternehmen notwendige Investitionen in Digitalisierung, Innovation, Energieeffizienz oder Unternehmensentwicklung verschieben, weil finanzielle und personelle Spielräume fehlen.
Viele Mittelständler erwarten eine Verschlechterung
Mehr als die Hälfte der Unternehmen erwartet eine weitere Verschärfung zentraler Risikofelder in den kommenden zehn Jahren. So rechnen 54,2 Prozent mit steigenden Belastungen aus ihrem wirtschaftlichen Umfeld, dazu zählen beispielsweise hohe Energiepreise, Nachhaltigkeitsvorschriften oder mangelhafte Infrastruktur. 50,9 Prozent der Befragten rechnen mit zunehmenden Ertrags- und Finanzrisiken, was vor allem auf die hohe Bürokratielast zurückzuführen ist. Von einer Verschärfung sozialer Risiken, etwa durch den Fachkräftemangel, gehen 46 Prozent aus.
Bürokratie belastet Busunternehmen
Der Bundesverband deutscher Omnibusunternehmen (bdo) bestätigt die Ergebnisse der Befragung. Auch der deutsche Busmittelstand könne von zunehmenden bürokratischen Belastungen „ein Lied singen, sieht er sich seit Jahren mit wachsenden Dokumentations-, Nachweis- und Berichtspflichten konfrontiert“, so der bdo in seinem Newsletter. Umso wichtiger wäre laut Branchenverband ein konsequenter Bürokratieabbau. „Der aktuelle Referentenentwurf des BMV mit dem Ziel des Bürokratieabbaus geht mit einem Frontalangriff auf eigenwirtschaftliche Verkehre leider in die komplett falsche Richtung“, so das Urteil des bdo.