Besondere Anerkennung fand in der Untersuchung das „Wittenberger Modell“, bei dem die Qualität der Nahverkehrsleistungen im Vordergrund stehe. Seit 2007 werden im Landkreis Wittenberg Nahverkehrsleistungen nicht mehr im Rahmen des bislang üblichen Preiswettbewerbs vergeben. Stattdessen wird den Bietern ein Preisrahmen vorgegeben, den es qualitativ auszufüllen gilt. Die ÖPNV-Studie hebt hervor, dass die Stärken dieses Modells vor allem in der Aufforderung liegen, attraktive, am Bedarf orientierte und zugleich effiziente Angebotsformen zu entwickeln. Der besondere Reiz des „Wittenberger Modells“ bestehe in seinem geschlossenen politisch-ökonomisch-juristischen Konzept und einem Verkehrsangebot, das wie aus einem Guss wirke, heißt es. Das im Jahr 2005 überarbeitete ÖPNV-Gesetz des Landes Sachsen-Anhalt wird von den Autoren der Studie als innovativ bezeichnet. Es zeichne sich vor allem durch Dezentralisierung und Anreize für eigenwirtschaftliches Handeln aus. Gegenüber anderen Bundesländern sei das Gesetz erfolgreicher und werde konsequenter umgesetzt. Die Studie wurde vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben und vom Berliner „Büro für Verkehrsplanung und Verkehrsforschung“ erarbeitet. Untersucht wurde die ÖPNV-Politik der Länder Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Kreise Oberhavel, Wittenberg und Templin. Den Kern des Projekts bilden Experteninterviews mit Planern, Politikern, Anbietern von Nahverkehrsleistungen und Kunden.
Lob für ÖPNV in Sachsen-Anhalt
Der ÖPNV in Sachsen-Anhalt ist gut organisiert und konzentriert sich auf Modelle, die vielfach auch bundesweit als Vorbild dienen können. Zu diesem Schluss kommt eine vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene Studie.