Ein neues Start-Up aus Göttingen hilft künftig Fernbus-Betreibern dabei, höhere Einnahmen zu erzielen, heißt es in einer Pressemitteilung. In-Bus-Marketing vermittelt demnach potenzielle Werbeflächen innerhalb der Fernbusse an werbende Drittunternehmen. Das Unternehmen der beiden Marketing-Studenten Tim Hagelbauer und Sascha Herrmann agiere dabei als Vermittler zwischen den Busunternehmen auf der einen und den werbenden Unternehmen auf der anderen Seite.
„Der noch junge deutsche Fernbus-Markt besitzt ein sehr gutes Image und erreicht bei den Kunden extrem hohe Zufriedenheit. Genau dieses Potenzial möchten wir nutzen“, erklärt Gründer Sascha Herrmann. Neben klassischen Printprodukten wie Kaffeebechern, Nackenschonern und
selbstklebenden Folien vermitteln die Gründer nach eigenen Angaben auch Apps für Smartphones und Tablet-PCs der Passagiere. Eine von In-Bus-Marketing durchgeführte Studie ergab, das sich Fernbus-Kunden im Durchschnitt länger als drei Stunden im Bus aufhalten und während der Reise besonders häufig das in vielen Bussen zur Verfügung stehende kostenlose W-Lan nutzen. Aus Marketing-Perspektive bieten Fernbusse somit eine besonders lange Werbe-Wirkungsdauer und viele verschiedene Möglichkeiten, Werbung zu platzieren. In-Bus-Marketing würde daher auch gemeinsam mit den Busunternehmen ein individuelles Konzept entwickeln, welche Werbeflächen genutzt werden können. Im nächsten Schritt vermittelt In-Bus-Marketing diese Flächen dann an die werbenden Dritt-Unternehmen.
Das Konzept der Vermarktung von Werbeflächen stammt aus der Luftfahrt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Airlines rund um den Globus generieren hierdurch seit Jahren zusätzliche Einnahmen zu ihrem eigentlichen Kerngeschäft. Sorgen müssen sich die Bus-Unternehmen allerdings nicht machen, beruhigt Gründer Tim Hagelauer: „Werbeveranstaltungen wie an Bord mancher Billigflüge soll es mit uns nicht geben. Stattdessen steht unser Unternehmen für stilvolle und innovative Marketing-Ideen.“ Ein wesentlicher Unterschied zur Luftfahrt liegt darin, dass das Unternehmen aus Göttingen sämtliche Aufgaben, von der Konzeptentwicklung bis zur Überwachung der einzelnen Werbekampagnen übernimmt. Auch die Werbemittel werden durch In-Bus-Marketing direkt entwickelt und bedruckt. „Für die Busunternehmen entsteht kein zusätzlicher Aufwand und es existiert keinerlei Risiko – nur das Potenzial für zusätzliche Einnahmen durch In-Bus-Marketing“, versichert Herrmann.
Dass die Fernbus-Branche neue Einnahmefelder erschließen muss, sei zuletzt immer wieder deutlich geworden. Seit der Liberalisierung des Fernbus-Marktes im Jahr 2013 drängen immer weitere Linien der verschiedenen Anbieter auf die Straßen. Der Preiskampf der Konkurrenten schmälert die ohnehin schon geringen Margen der Branche zunehmend. „In der aktuellen Phase der Markterschließung müssen sich alle Fernbus-Unternehmen Gedanken darüber machen, wie sie mehr Umsatz pro Passagier generieren können – und da kommt In-Bus-Marketing ins Spiel“, erläutert Gründer Tim Hagelauer.
Auf die Idee sind die beiden Gründer Tim Hagelauer und Sascha Herrmann während ihres Marketing-Studiums an der Georg-August Universität Göttingen gekommen. Das Unternehmen wird dabei sowohl von der Gründerberatung der Universität Göttingen als auch vom Zentrum für Entrepreneurship der PFH Göttingen fachlich unterstützt und beraten. (ts)