-- Anzeige --

NRW: Fachkräftemangel sorgt für Ausfälle im Bus- und Bahnverkehr

NRW: Fachkräftemangel sorgt für Ausfälle im Bus- und Bahnverkehr
Unternehmen und die Verbünde seien am Ende für die Ausbildung von Fahrern zuständig, so die NRW-Landesregierung (Symbolbild)
© Foto: MAN Truck & Bus

In Nordrhein-Westfalen fallen im Bus- und Regionalbahnverkehr zahlreiche Fahrten aus, die Landesregierung führt dies auf den Personalmangel zurück und verweist auf das bundesweite Problem.


Datum:
24.11.2022
Autor:
dpa/ Thomas Burgert
Lesezeit:
5 min
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat große Probleme im Bus- und Bahnverkehr eingeräumt. Das gravierendste Defizit sei der Fachkräftemangel, sagte er am Donnerstag, 24. November, in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags. Die Landesregierung nehme – deutschlandweit einzigartig – selbst Geld in die Hand, um mit Fokus auf die Bahn auszubilden und damit einen Personalnotstand zu beseitigen.

„Das kann kein Dauerzustand sein, dass die öffentliche Hand hier die Qualifizierung vornimmt“, betonte Krischer. „Das müssen die Unternehmen und die Verbünde am Ende schon selbst machen. Das ist deren Aufgabe.“ Die Landesregierung kümmere sich um bessere Rahmenbedingungen, dass sie dem auch wieder nachkommen könnten. Auch der SPD-Abgeordnete Gordan Dudas sieht „die Bahn in der Pflicht“, dringend bessere Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, „um mehr Menschen für diesen wichtigen Beruf zu gewinnen“.

Opposition spricht von Chaos im Nahverkehr

Die harsche Kritik – vor allem von AfD und FDP – die von „Chaos“ im Nahverkehr sprachen und der schwarz-grünen Landesregierung etliche Versäumnisse anlasteten, wies Krischer zurück. Derzeit gebe es sehr viele Baustellen im Schienenverkehrsnetz, die zu unpünktlichen Zügen und Ausfällen führten, räumte der Minister ein.

Die Landesregierung investiere aber in das Netz. Deshalb sei er „froh um jede Baustelle, die wir haben“, weil die marode Infrastruktur damit verbessert werde. „Das ist der Preis, den der Verkehrsminister dieses Landes zahlen muss, dass es vielleicht nicht Beifall gibt für Baustellen, aber dass das nachgeholt wird, was in der Vergangenheit versäumt wurde.“

Die bis zum Sommer noch gemeinsam mit der CDU regierende FDP warf der schwarz-grünen Koalition vor, schlecht auf die von vielen Bürgern als „Katastrophe“ empfundene Situation im Nahverkehr zu reagieren. Zahlreiche Züge fielen aus oder seien überfüllt, kritisierte FDP-Vizefraktionschef Christof Rasche. „Viele Pendler fühlen sich im Stich gelassen.“ Das „Chaos auf der Schiene“ führe zu Verkehrsverlagerungen auf die Straße. Die von Schwarz-Grün propagierte Verkehrswende könne so niemals erreicht werden.

Zahlreiche Ausfälle im Regionalverkehr

Ähnlich argumentierte die AfD, die die Aktuelle Stunde wegen zahlreicher Ausfälle im Regionalverkehr beantragt hatte. Dabei handle es sich nicht nur um einen akuten Engpass, sondern eigentlich um einen Dauerzustand, kritisierte der AfD-Abgeordnete Klaus Esser. Er forderte CDU und Grüne auf, ihr „Dogma der Verkehrswende“ mit festgelegten Zielen zur Minderung von Autoverkehr und Emissionen sowie zum Ausbau des Radverkehrs aufzugeben und dafür in allen Verkehrsbereichen „Grundsicherung statt Notfallpläne“ zu schaffen.

Abgeordnete von CDU und Grünen sprachen der AfD mit Blick auf deren Wahlprogramm ein ernsthaftes Interesse am Nahverkehr ab. Die Partei wolle lediglich „auf den Zug der Kritik an der Bahn aufspringen“, sagte die Grünen-Abgeordnete Laura Postma. Der CDU-Abgeordnete Oliver Krauß warf Esser vor: „Sie verlesen hier Verkehrsnachrichten, anstatt sich mit Fakten zu befassen.“ Die AfD sei eine „Fraktion des Individualverkehrs“, die keinerlei praktikable Vorschläge liefere. Der AfD-Abgeordnete Christian Loose wies das zurück.

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.