Für gelegentliche Bus- und Bahnfahrer soll bald bundesweit ein neues digitales Fahrscheinangebot eingeführt werden – als Ergänzung zum bestehenden Deutschlandticket. Einen entsprechenden Vorschlag haben die Länder Nordrhein-Westfalen und Hamburg für die Herbstkonferenz der Verkehrsminister eingebracht, wie das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ über das Vorhaben berichtet.
Arbeitsgruppe soll Konzept für neues Ticketsystem erstellen
Der Antrag von NRW und Hamburg für die an diesem Mittwoch, 21. Oktober, beginnende Konferenz im bayerischen Hohenschwangau sieht vor, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die ein Konzept für das neue Ticketsystem erstellen soll. Vorbild ist das Angebot „eezy.nrw“ in Nordrhein-Westfalen, das nach Angaben des Verkehrsministeriums ein großer Erfolg ist. Im September seien mehr als 1,4 Millionen Fahrten über das Ticketsystem abgerechnet worden.
„Wer nur gelegentlich Bus und Bahn fährt, muss genauso unkompliziert und zu fairen Konditionen unterwegs sein können wie die Vielfahrer mit dem Deutschlandticket“, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). Das in NRW bereits funktionierende System könnte bundesweit ausgedehnt werden: „Dann könnten Gelegenheitsfahrer bald in ganz Deutschland einfach und komfortabel im Nahverkehr unterwegs sein.“
Fahrgastverband unterstützt den Vorschlag
Bei dem System „eezy.nrw“ in Nordrhein-Westfalen wird per Smartphone wird Fahrtbeginn und Fahrtende registriert und der günstigste Tarif automatisch berechnet. Fahrgäste zahlen in einem Monat insgesamt aber nicht mehr als für ein Deutschlandticket. Der Fahrgastverband Pro Bahn unterstützt den Vorstoß. „Das bringt die Leute in den Nahverkehr. Denn es gibt viele, die kaufen sich kein Deutschlandticket, weil sie es kaum gebrauchen können“, sagte der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der „Rheinischen Post“. Er regte an, Gruppen und Familien einzubeziehen.