"Ist der Bus auf Erfolgskurs?" - diese Frage stellen sich Österreichs Busunternehmer angesichts immer neuer Auflagen für den Autobus ein Jahr nach Amtsantritt der Bundesregierung. Die Rahmenbedingungen für den Bus standen daher auch im Zentrum der 10. Bundestagung des Fachverbandes der Autobusunternehmungen, die am 10. Januar in Wels eröffnet wurde. Speziell bei den europaweit reformierten Lenk- und Ruhezeiten-Bestimmungen sowie beim "Road-Pricing" leide der Bus an der Gleichbehandlung mit dem Güterverkehr, so Fachverbandsobmann Komm.Rat Karl Molzer. Er fordert klar unterscheidbare gesetzliche Regelungen für Busse und LKW: "So viel Unterschied muss sein. Immerhin transportiert der Autobus Menschen und keine Güter." Häufig erfülle der Bus in Österreich seine wichtige Rolle im Verkehr nicht wegen, sondern trotz der Rahmenbedingungen auf den Straßen, kritisierte Molzer. Als größte Behinderung empfinden die Busunternehmer die 2007 EU-weit in Kraft getretene neue Lenk- und Ruhezeitenverordnung. Die Organisation der beliebten 12-Tages-Urlaubsfahrten werde damit für kleine und mittlere Busunternehmen unmöglich gemacht. "Wir kämpfen auf europäischer Ebene für die Wiedereinführung der bis 2007 gültigen 12-Tage-Regelung", so Molzer, der dazu um die Unterstützung aller Kräfte in der Bundesregierung wirbt. Aber auch bei kürzeren Urlaubsfahrten stehen die Busse vor nahezu unlösbaren Aufgaben. Das 18-Tonnen-Gewichtslimit auf Österreichs Straßen für 2-achsige Busse verhindere den Transport von kompletten Schulschikurs-Klassen samt Wintersportausrüstung in die heimischen Skigebiete, so Molzer: "Obwohl unsere Busse für 50 Personen und 21 Tonnen gebaut sind, dürfen wir aufgrund des niedrigeren 18-Tonnen-Gewichtslimits in Österreich nicht alle Plätze im Bus vergeben. Zwei Schikursklassen in einem Bus können also aus Gewichtsgründen nicht befördert werden." "Der Bus muss künftig durch gezielte gesetzliche Regelungen anders behandelt werden als der Lkw und verdient eine Förderung seiner ökologischen Leistungsfähigkeit. Das heißt: Eigene Road-Pricing-Modelle für den Bus und Herausnahme der Schi-Transportkästen aus dem 18-Tonnen-Limit."
Österreichs Busunternehmer: "Ein Bus ist kein Lkw"
10. Bundestagung der österreichischen Autobusunternehmer in Wels