Thüringen: Deutschlandticket hat regionalen Abos den Rang abgelaufen

10.03.2026 10:15 Uhr | Lesezeit: 3 min
Digitales Deutschland-Ticket auf dem Smartphone eines Fahrgastes
Das Deutschlandticket hat sich als einfaches und planbares Angebot mittlerweile etabliert
© Foto: Michael Bihlmayer/Chromorange/picture-alliance

Das Deutschlandticket ist im Thüringer Nahverkehr mittlerweile als einfaches und planbares Angebot etabliert, Schwankungen bei der Nachfrage verzeichnet man trotzdem.

Die Verteuerung des Deutschlandtickets hat in Thüringen offensichtlich für eine kleine Delle bei der Nachfrage gesorgt. Wie bereits bei der letzten Erhöhung Anfang 2025 seien die Verkaufszahlen in diesem Januar zunächst leicht zurückgegangen, erklärte Jennifer Santana vom Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT). Spätestens seit Mitte vergangenen Jahres sei die Nachfrage dann wieder kontinuierlich gestiegen: von rund 139.000 Deutschlandtickets und VMT-Abos im Juli auf etwa 156.500 im Dezember. In diesem Januar sank diese Zahl hingegen wieder um rund 2000. „Wir vermuten keinen wetterbedingten Effekt auf das Mobilitätsverhalten, sondern eher Schwankungen aufgrund der Preiserhöhung im Deutschlandticket“, so Santana.

Saisonale Effekte und steigende Fahrgastzahlen

Grundsätzlich seien saisonale Schwankungen normal, erklärt Hannes Sperling von den Stadtwerke Erfurt (SWE). So sei es spürbar, wenn mit höheren Temperaturen wieder mehr Menschen auf andere Fortbewegungsmittel wie das Fahrrad umstiegen. Insgesamt hätten im vergangenen Jahr fast 61 Millionen Menschen die Busse und Bahnen der Erfurter Verkehrsbetriebe genutzt und damit 2,4 Prozent mehr als noch 2024. Grundsätzlich gebe es mehrere Faktoren, die sich positiv auf die Nachfrage auswirkten, sagte Sperling. Ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr mache den Umstieg vom Auto im Winter für viele Menschen generell attraktiver. Hinzu kommt ein „wachsendes Bewusstsein für klimafreundliche Mobilität in der Bevölkerung“. Letztlich habe sich das Deutschlandticket als einfaches und planbares Angebot mittlerweile etabliert.

Auswirkungen steigender Preise

Selbstverständlich sei die seit der Einführung stetig wachsende Nachfrage für das Deutschlandticket – das in den meisten Fällen regionalen Abos inzwischen den Rang abgelaufen habe – allerdings nicht, ergänzte Santana vom VMT. Wenn das Deutschlandticket weiterhin kontinuierlich teurer werde, könnten regionale Abos – die etwa die kostenlose Mitnahme von Kindern beinhalten – ab einem gewissen Punkt wohl wieder deutlich gefragter werden. Diese Entscheidung liege aber letztlich bei der Bundesregierung. Der Anteil von VMT-Abos am Gesamtvolumen lag dem VMT zufolge in den vergangenen Jahren bei etwa zehn Prozent. Das Deutschlandticket präge die Nachfrage- und Tarifstruktur mittlerweile maßgeblich.

Der Verkehrsverbund Mittelthüringen

Der Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) ist ein Zusammenschluss von 16 Verkehrsunternehmen, vier Städten und fünf Landkreisen sowie dem Freistaat Thüringen. Das Gebiet des VMT umfasst die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera sowie die Landkreise Gotha, Weimarer Land, Saale-Holzland-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla-Kreis. Fahrgäste können im gesamten Verbundgebiet mit einer Fahrkarte Bus, Zug und Straßenbahn nutzen.

HASHTAG


#ÖPNV

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

WEITERLESEN



NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.