Pilotprojekt zur berufsbegleitenden Qualifizierung von Busfahrern

02.11.2012 11:00 Uhr
Pilotprojekt zur berufsbegleitenden Qualifizierung von Busfahrern
© Foto: Verkehrsgemeinschaft Osnabrück

Agentur für Arbeit, Akademie des VDV, Stadtwerke Osnabrück und weitere zwei Verkehrsunternehmen starten eine Offensive gegen den Fachkräftemangel.

Berufstätigkeit im Wandel der Zeit – Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen. Diese und andere Stichworte prägen zurzeit die Diskussionen um alters- und fachgerechte Aus- und Weiterbildung. Nicht zuletzt sind es auch die Verkehrsunternehmen, die sich diesen Herausforderungen schon jetzt stellen müssen. „Aus der Historie heraus sind viele der Busfahrer sehr gut ausgebildet und durch Fortbildungsmaßnahmen immer auf dem neuesten Stand. Dennoch wollen einige von ihnen mehr und sich weiterentwickeln“, sagt André Kränzke, Leiter des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Osnabrück. Er hat gemeinsam mit seinen Kollegen der Kraftverkehrsgesellschaft Hameln, der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe, der Akademie des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen und der Agentur für Arbeit ein Pilotprojekt auf die Beine gestellt, das es Busfahrern, die mehr als viereinhalb Jahre in diesem Beruf tätig sind, in sieben Unterrichtsblöcken ermöglicht, die Voraussetzung für eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer als „Fachkraft im Fahrbetrieb – FiF“ abzulegen.

Insgesamt umfasst diese Maßnahme etwa 500 Stunden Vorbereitung, getrennt in Theorie und Praxis. „Das sind drei gut investierte Monate“, fasst Kränke zusammen. Denn im Anschluss an diese Investition haben die Teilnehmer eine abgeschlossene Berufsausbildung in dem Bereich, in dem sie tätig sind. „Die Agentur für Arbeit begrüßt es, dass die drei Verkehrsunternehmen hier dieses Pilotprojekt angestoßen haben. Angelernte Kräfte zu Fachkräften mit Berufsabschluss auszubilden sichert langfristig den Fachkräftebedarf  der Verkehrsbetriebe “, ist sich Heiko Peters, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Osnabrück, sicher. „Das Berufsbild des Busfahrers ist im Wandel der Zeit ein anderes geworden. Kundenorientierung und Beratung, aber auch das Wissen um betriebliche Zusammenhänge erleichtern es den Kolleginnen und Kollegen, ihre Tätigkeit noch besser auszuüben“, sagt Kränzke. Zukünftig seien auf diese Weise ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtige „Joker“, vor allem, was die Gestaltung von so genannten Mischarbeitsplätzen (Teilung zwischen Fahr- und Bürotätigkeit) angehe. Für den ersten Jahrgang konnten 14 Interessierte gewonnen werden. (ah)

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