Reisebus-Diebstähle: Dittmeier warnt aktuell vor professionellen Täterbanden

06.07.2026 11:33 Uhr | Lesezeit: 3 min
Gestohlener Setra aus München
Dieser auffällige Setra wurde Ende Juni in München gestohlen und in Frankreich sichergestellt
© Foto: Dittmeier

Drei Diebstähle in sieben Monaten: Profi-Diebe spähen in Deutschland Betriebshöfe aus und schlagen oft innerhalb von Minuten zu. Der jüngste Reisebus-Diebstahl ereignete sich Ende Juni in München. Der Versicherungsmakler rät zu erhöhter Wachsamkeit. Was Busunternehmen jetzt tun können.

Zuletzt wurde in der Nacht vom 20. Juni ein Setra 519 HD in einem auffälligen Orange in München entwendet. Die deutschen Kennzeichen wurden abmontiert und kurzerhand durch gefälschte slowakische ersetzt, was auf eine professionelle Organisation hindeutet. Wie der Versicherungsmakler Dittmeier weiter berichtet, wurde der Bus  in Frankreich sichergestellt, vermutlich sollte er per Schiff ins  Ausland befördert werden, was neben dem professionellen auch auf das internationale Vorgehen der Täter hinweist.

Oliver Guth,  Leiter Kundenbetreuung bei Dittmeier, koordinierte die Sicherstellung des Setra 519 HD nach eigenen Angaben und konnte durch sofortige Reaktion und direkte Kontakte zu Ermittlungsbehörden die Wiederbeschaffung des Fahrzeugs in Frankreich erwirken. Er sagt, dass die erste Zeit nach einem Diebstahl zählt: „Eine gute Chance für eine Sicherstellung des gestohlenen Busses erfordert eine Reaktion innerhalb von wenigen Stunden.“

Weitere Bus-Diebstähle der jüngsten Zeit

Bei den anderen beiden Bus-Diebstählen wurden ebenfalls Premiumfahrzeuge gestohlen: ein Setra 516 HD am 6. Dezember 2025 in Hessen und am 8. Mai ein Mercedes Travego L in Rheinland Pfalz. Auch davor wurden schon hochwertige Reisebusse gestohlen, wie der Setra S 516 HD im Februar 2025aus einer Bushalle eines Reisebusunternehmens im nördlichen Rheinland-Pfalz, wie die OMNIBUSREVUE damals berichtete..

Nach Einschätzung der Behörden ist die Diebstahlserie noch nicht beendet. Laut dem Versicherungsmakler spähen Diebe Betriebshöfe von Busunternehmen systematisch aus und schlagen in einem engen Zeitfenster, oft innerhalb von Minuten,, zu. Einfache Schlüsselkästen würden aufgebrochen oder aus der Wand gerissen.

Aufbruch eines Schlüsselkastens in einem Bus-Betriebshof
Einfache Schlüsselkästen in einem Betriebshof werden von Dieben schnell aufgebrochen. Besser sind Schlüsseltresore, um Busse vor Diebstählen zu schützen (Symbolbild)
© Foto: Firefly - Bild generiert mit KI

Was Busunternehmen jetzt tun sollten: Vier wichtige Maßnahmen

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden planen professionelle Busdiebe ihre Taten über Wochen hinweg. Das Wissen um diese Vorgehensweise ist laut Dittmeier der erste Schritt zur Prävention.

Weiter empfiehlt der Versicherungsmakler, den Betrieb zu schützen. Wichtige präventive Maßnahmen sind ein fest montierter Schlüsseltresor, der zuverlässig vor Schlüssel- und damit vor Busdiebstählen schützt, und ein GPS-Ortungssystem, damit Busse im Falle eines Diebstahls schnell lokalisiert und sichergestellt werden können. Weiter rät Dittmeier zu Fahrzeug-Steckbriefen mit Fotos - Busunternehmen sollen ihre Busse von innen und außen fotografieren, ebenso markante Ausstattung, damit diese Daten den Ermittlungsbehörden nach einem Diebstahl schnell zur Verfügung gestellt werden können. Außerdem sollten Mitarbeiter der Busunternehmen wachsam sein und verdächtige Personen auf dem Betriebshof überprüfen.

 

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