Der Ansatz mit der mobilen Wasserstofftankstelle biete eine praxisnahe und übertragbare Lösung für Kommunen und Akteure der Wasserstoffmobilität, so die beteiligten Partner. „Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr verkehren bereits rund zehn Prozent der Flotte von DB Regio Bus Nord emissionsfrei – überwiegend batterieelektrisch. In enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland konnten wir den Einsatz von Wasserstoffmobilität erproben und dabei wichtige Erfahrungen für die Zukunft sammeln“, sagte Daniel Marx, Geschäftsführer von Weser-Ems-Bus, einer Tochtergesellschaft der DB Regio.
Wasserstoffbusse können kurzfristig eingesetzt werden
Nach der Übernahme der Busflotte und Abschluss eines Liefervertrages für Wasserstoff hat Weser-Ems-Bus konnten dank der mobilen Wasserstofftankstelle die Wasserstoffbusse kurzfristig eingesetzt werden, während die Fertigstellung der stationären Tankstelle noch aussteht. Im Dezember 2025 nahm Weser-Ems-Bus sechs Brennstoffzellenbusse in Betrieb, um den öffentlichen Nahverkehr ab Jever in der Region Ostfriesland (Niedersachsen) sicherzustellen. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland als Aufgabenträger entwickelt.
Überbrückung bis zur Inbetriebnahme einer stationären Tankstelle
Bis zur Fertigstellung der stationären Wasserstofftankstelle hat Weser-Ems-Bus kurzfristig eine Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Forschungsinstitut Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven (TTZ Bremerhaven), dem Betreiber MoviaTec sowie dem Produzenten und Lieferanten von grünem Wasserstoff Lhyfe aufgebaut. Das TTZ Bremerhaven stellte seine eigene mobile Wasserstofftankstelle zur Verfügung und begleitet die Einführung der Busflotte wissenschaftlich. MoviaTec betreibt die gesamte Wasserstofftankstelle am Standort Jever. Lhyfe liefert Wasserstoff.
Schnellere Betankung als erwartet
Die mobile Wasserstofftankstelle arbeitet mit einem Betriebsdruck von 350 bar. Vor der Inbetriebnahme der Tankstelle wurden verschiedene Betankungsszenarien auf Grundlage des erwarteten Wasserstoffbedarfs der Busse modelliert. Diese Annahmen werden nun unter realen Betriebsbedingungen überprüft. Die tatsächlichen Betankungsvorgänge haben gezeigt, dass die Busse schneller betankt werden konnten als ursprünglich in den Simulationen angenommen. In den nächsten Schritten werden die Betankungsprozesse weiter optimiert und die Verbrauchsdaten der Busse analysiert, bis die stationäre Wasserstofftankstelle im Laufe des Jahres 2026 ihren Betrieb aufnimmt.
Technologien sind verfügbar
„In ganz Europa beobachten wir, dass die Wasserstoffmobilität zunehmend an Reife gewinnt und der Wille wächst, den Ausbau weiter zu beschleunigen“, sagte Pascal Louvet, Vertriebsleiter Deutschland bei Lhyfe. „Die Technologien sind verfügbar, die ersten Anwendungen bewähren sich in der Praxis, und die lokalen Akteure organisieren sich zunehmend in operativen Projekten. Die Herausforderung besteht heute darin, diese Projekte mit pragmatischen, an die Realität vor Ort angepassten Lösungen zügig voranzubringen. Mobile Wasserstofftankstellen sind hierfür ein hervorragendes Beispiel.“