Der Bus bewegt Fußballer und ihre Fans. Und damit wird dieses gesellige Verkehrsmittel auch zum Träger von Emotionen – vor dem Spiel werden Hoffnungen und Prognosen leidenschaftlich diskutiert, nach dem Spiel werden Siege in der Gruppe euphorisch gefeiert und Niederlagen gemeinsam verarbeitet. Auch wenn es um das Preis-Leistungsverhältnis geht, ist der Bus Tabellenführer. „Um in der Ökobilanz mit dem Reisebus mithalten zu können, müssen Pkw-Hersteller sowie Fluggesellschaften und die Bahn noch kräftig trainieren“, erklärt Klaus Sedelmeier, Vorsitzender des Verbandes Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO). „Mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von gerade einmal 32 Gramm pro Personenkilometer leistet der Reisebus einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, stellt Sedelmeier beim Blick in die Statistik des Umweltbundesamtes fest.
Im Jahr 2013 kommt zudem neue Bewegung in die Busbranche. „Mit der Liberalisierung des Fernlinienverkehrs sind die Wettbewerbsverzerrungen zwischen dem grenzüberschreitenden EU-Busreiseverkehr und dem innerdeutschen Busreiseverkehr endlich beseitigt“, freut sich Sedelmeier. „Damit hat der Gesetzgeber auch mittelständischen Unternehmen neue Chancen eröffnet.“ Diese Betriebe können zum Aufbau flächendeckender Liniennetze miteinander kooperieren und dabei ihre Kompetenz bei der Gestaltung von Fahrplänen einbringen. Die Erfahrungen mit den bereits bestehenden Linien wie beispielsweise zwischen München und Freiburg zeigen, dass solche Angebote vom Verbraucher gerne angenommen werden. Aufgrund der hohen Nachfrage hat das Berliner Unternehmen MeinFernbus diese Linie bereits zweimal in ihrer Frequenz auf gegenwärtig sechs Tagesfahrten erhöht. Und mit einer neuen Nord-Süd-Verbindung kommen die Reisegäste jetzt auch preisgünstig vom Rheinland nach Straßburg. Sedelmeier: „Zudem zeigen die Erfahrungen aus dem Ausland, dass sich der Bus als Alternative im Fernlinienverkehr etablieren wird.“
„Mit neuen Angeboten im Linienverkehr wird die Branche auch neue Kunden für den Bus begeistern“, prognostiziert Hermann Meyering, Vorsitzender der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk). „Anspruchsvolle Verbraucher überzeugt die Branche mit modernen Fahrzeugen und qualifiziertem Personal.“ Deshalb werden Bus-Chauffeure auf gbk-Seminaren für den serviceorientierten Umgang mit ihren Reisegästen fit gemacht. Und Busse mit großzügiger Beinfreiheit und modernen Bordeinrichtungen, die von der Toilette über die Klimaanlage bis zur Toilette reichen, erkennt der Kunde am Gütezeichen RAL Buskomfort. Rund 1.200 Reisebusse werden bundesweit von der gbk mit diesen Sternen klassifiziert.
Der demographische Wandel, der die Bustouristik in den vergangenen Jahren als leistungsfähiger Motor in Schwung gehalten hat, wird jetzt zur Herausforderung für die Branche. „Weil Tausende von Busfahrern in den Ruhestand gehen, suchen die Unternehmer dringend Nachwuchs“, beobachtet Meyering. Deshalb wirbt sein Verband bei jungen Frauen und Männern sowie ehemaligen Bundeswehrsoldaten für einen abwechslungsreichen Beruf, der vielfältige Kontakte mit Menschen und Kulturen ermöglicht. Meyering: „Die Veranstalter machen auch gute Erfahrungen mit ausländischen Chauffeuren, die sich engagiert um die Bedürfnisse ihrer Gäste kümmern und so dazu beitragen, dass die Busreise ein positives emotionales Erlebnis wird.“ (ah)