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VDV: Verkehrsunternehmen müssen verstärkt aus dem Ausland rekrutieren

VDV: Verkehrsunternehmen müssen verstärkt aus dem Ausland rekrutieren
Für eine verstärkte Zuwanderung braucht es auch den Abbau bürokratischer Hürden (Symbolbild)
© Foto: cevahir87/stock.adobe.com

Verkehrsunternehmen suchen händeringend nach Fachkräften in allen Bereichen, ein Beitrag zur Lösung soll eine verstärkte Zuwanderung sein. Doch dafür müssen vor allem bürokratische Hürden abgebaut werden.


Datum:
17.10.2022
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
6 min
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„Angesichts des weiterhin steigenden Durchschnittsalters des Personals in unserer Branche wird der Handlungsbedarf immer drängender, denn bis 2030 müssen altersbedingt allein im ÖPNV 74.000 Mitarbeitende ersetzt werden. Hinzu kommen 110.000 Mitarbeitende, die für den Aufwuchs des Bus- und Bahn-Angebotes und damit für die angestrebte Mobilitätswende erforderlich sind“, sagte Werner Overkamp, Vizepräsident des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit Blick auf die anstehende Novellierung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG).

Die Ergebnisse der VDV-Branchenumfrage „Fachkräftegewinnung aus dem Ausland“ unterstreichen dabei den Bedarf eines modernisierten Einwanderungsgesetzes und die Notwendigkeit, sich auf die neuen Rahmenbedingungen frühzeitig einzustellen: 87 Prozent der Unternehmen geben an, gegenwärtig noch nicht aus dem Ausland zu rekrutieren, während 13 Prozent bereits aktiv sind, insbesondere im osteuropäischen Raum. „Doch nicht in allen Bereichen – etwa als Fachkräfte – werden zugewanderte Menschen in den Unternehmen unmittelbar helfen können, doch sie werden zu einem Erfolgsfaktor bei so unterschiedlichen Arbeiten wie Fahrberufen oder Spezialisten-Tätigkeiten“, sagte Overkamp.

Anteil ausländischer Arbeitskräfte steigt

Fachleute sagen für Deutschland voraus, dass sich ohne Zuwanderung aus dem Ausland das Erwerbspersonenpotenzial bis 2060 um rund ein Drittel sinken wird. Bei einem Wandersaldo von etwa 400.000 Personen würde es konstant bleiben. „Wir wissen schon jetzt: Das Durchschnittsalter wird trotzdem weiter steigen – und der Anteil ausländischer Arbeitskräfte. Neben einem modernisierten FEG heißt das auch für den Erfolg der Branche, sich hierauf auf allen Ebenen vorzubereiten“, erklärte Overkamp weiter.

Diejenigen Unternehmen, die bereits grenzüberschreitend aktiv sind, sorgen laut VDV bereits eigeninitiativ für Integrationsmaßnahmen: Genannt werden „Sprachkurse“ von 60 Prozent, „Unterstützung bei Kinderbetreuung“ (25) „Paten- und Mentorenprogramme“ (21). Außerdem werden „Unterstützung bei der Wohnungssuche“ oder „Mitfinanzierung des Busführerscheins“ genannt. „Bei den Verkehrsunternehmen hat der Wandel bereits eingesetzt, sie wollen und müssen auch aus dem Ausland rekrutieren. Künftig können sie dazu auch vermehrt und gebündelt auf die VDV-Arbeitgeberinitiative zurückgreifen. Dieses Umdenken brauchen wir auch seitens der staatlichen Stellen, bei den Behörden, bei Bund und Ländern: Wir brauchen dort qualifizierte Leute, Programme und auch finanzielle Mittel“, forderte Overkamp.

Arbeitskräftebedarf in allen Bereichen

Das belegt auch die VDV-Branchenumfrage: Unter den dringlichsten Aufgaben rangieren: Feste Ansprechpersonen in den Arbeitsagenturen und finanzielle Entlastung bei Qualifikationsmaßnahmen (69 Prozent), Handreichungen, was wann zu erledigen ist (61) sowie die Befähigung des Personalbereichs zur Integrationskompetenz (37). Nahezu jedes Unternehmen – 85 Prozent – gibt folgende Hemmnisse an:

-       Kommunikation: Sprache, Kontaktaufnahme zu Fachkräften

-       Komplexität: Prüfung der Vermittlungsangebote

-       Ressourcen der Unternehmen: hoher Aufwand für Erreichen der Zielgruppe

-       Nachweisprüfung: Aufenthaltsgenehmigung, Anerkennung Bus-Führerschein

-       Qualifikation: Ausbau der notwendigen Sprachkompetenz, Einarbeitungszeit

-       Betreuung: Ämtergänge; sozialversicherungs-/arbeitsrechtlicher Aufwand,

-       persönliche Organisation: Unterstützung bei Wohnung, Umzug, Nachzug etc.

-       Integration: in Gesellschaft und zudem in Unternehmens- und Arbeitskultur

-       Risiken: Einstellung zu Arbeit und Werten, Gefahr des Arbeitsplatzwechsels

„Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist von 800.000 im Jahre 2010 auf 1,7 Millionen im letzten Jahr gestiegen – und steigt weiter. Wir suchen Frauen und Männer in allen Bereichen“, sagte Overkamp abschließend.

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