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Fachkräftemangel: VDV fordert mehr Zuwanderung

Fachkräftemangel: VDV fordert mehr Zuwanderung
Eine Maßnahme sei auch die Erhöhung der Frauenerwerbsquote, so der VDV (Symbolbild)
© Foto: Sascha Böhnke

Ohne eine stärkere Zuwanderung von Erwerbstätigen könne die Verkehrsbranche den Fachkräftebedarf langfristig nicht sichern, so das Fazit eines VDV-Expertendialogs.


Datum:
28.09.2022
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
4 min
1 Kommentare

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Die Verkehrsbranche müsse in den nächsten Jahren Fachkräfte gewinnen und beruflich integrieren – aus dem EU-Binnenmarkt, vom Balkan und aus Drittstaaten, sagte Gisbert Schlotzhauer, Vorsitzender des VDV-Akademie, nach dem ersten VDV-Expertendialog zum Thema Fachkräftemangel, an dem insgesamt 50 Fachleute aus den Verkehrsunternehmen teilgenommen hatten. Hintergrund des Treffens war die bevorstehende Novellierung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG). Der Gesetzentwurf wird für die kommenden Wochen erwartet.

Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) waren in Deutschland im Sommer 2022 mehr als 1,9 Millionen Stellen und über 50.000 Ausbildungsplätze unbesetzt – allein auf dem Stellenmarkt der VDV-Arbeitgeberinitiative seien „weit mehr als 10.000 Positionen offen“, so der Branchenverband.

Durch zu geringe Erwerbsmigration drohe die Einwanderung hinter den Erwartungen zurückzufallen und werde den Arbeitskräftemangel verschärfen, so ein Ergebnis des VDV-Expertendialogs.

Heimischer Arbeitsmarkt verfügt nicht über ausreichende Personalressourcen

„Die Integrationschancen der Migrationsbevölkerung dürfen nicht hinter ihr eigentliches Potenzial zurückfallen. Daran muss sich die FEG-Novelle orientieren. Wir schultern den demografischen Wandel sonst nicht – und auch nicht die für die Klimaschutzziele unabdingbare Mobilitätswende mit mehr Bus und Bahn“, sagte Schlotzhauer.

Der VDV sieht fünf Bausteine, um den Arbeitskräftemangel zu mildern:

-     Erhöhung der Frauenerwerbsquote

-     Ausbau der Aus- und Weiterbildung

-     Schnellere Digitalisierung

-     Verlängerung der Lebensarbeitszeit bzw. der wöchentlichen Arbeitszeit

-     Mehr Erwerbsmigrantinnen und -migranten

Der heimische Arbeitsmarkt verfüge „gegenwärtig nicht über ausreichende Personalressourcen, um die Personalersatz zu gewährleisten“, so der VDV. Fachleute gehen davon aus, dass jedes Jahr rund 400.000 Erwerbsmigranten rekrutiert werden müssen, um den Bedarf der Branchen in den nächsten zehn Jahren decken zu können. „Dafür brauchen wir ein kluges Instrument, das für die Einreise zu erfüllende Kriterien vorgibt, etwa Hochschul- oder Berufsqualifikation, Berufserfahrung, Sprachkenntnisse und Aufenthaltserfahrung, Alter unter 35 Jahren“, sagte Schlotzhauer abschließend.

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KOMMENTARE


Dipl.-Ing. Andreas Kähling

29.09.2022 - 00:00 Uhr

ES IST EINFACH LÄCHERLICH! "Experten" geben ihr Statement ab... Wieviel "Fahrpersonal" war denn bei diesen Überlegungen anwesend?? Hier ganz einfache Vorschläge eines Busfahrers: 1. Machen Sie den Busfahrerjob so attraktiv, dass Interessenten den Verkehrsbetrieben die Bude einrennen!! 2. Neben attraktiven Löhnen, denen keiner widerstehen kann, gehört dazu, v e r n ü n f t i g e Schichtzeiten zu organisieren! 3. Ein, wie in allen Branchen aufstrebendes Work-Life-Balance-System wäre auch für unsere Branche dringend notwendig u.s.w. Komplett falsch dagegen ist die Zementierung des Ist-Zustandes, u.a. mit dem "Auffüllen" von ausländischen Kräften! Damit verändert sich nämlich gar nichts an der vorherrschenden Situation! Handelt, fordert die Geldgeber, die ja ständig den ÖPNV verbessern wollen, dabei ständig und immer die Leute vergessen, die täglich an vorderster Front die Kastanien aus dem Feuer holen!


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