Versammlung der oberbayerischen Busunternehmen

04.05.2015 17:12 Uhr

Zu ihrem traditionellen Frühjahrstreffen kommen am 5. Mai 2015 die oberbayerischen Busunternehmer in München zusammen, um über die aktuellen Herausforderungen im ÖPNV, Schüler- und Reise- und Fernbuslinienverkehr zu sprechen.

Gemeinsam mit dem Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) werden die Handlungsoptionen zur Bewältigung des Fachkräftemangels und zur Stabilisierung des ÖPNV in Zeiten des demographischen Wandels ausgelotet. Ebenso wird die Entwicklung des Fernbusmarktes aus Sicht der Betreiber beleuchtet.

Der achte Streik der Lokführer zeigt, so der LBO, wie wichtig eine funktionierende Sozialpartnerschaft auch für die Fahrgäste ist. Mit dem im April in Kraft getretenen neuen Lohntarifvertrag  zwischen LBO und Verdi, der eine Lohnerhöhung von 4,4 Prozent in den kommenden 24 Monaten vorsieht, hätten die Sozialpartner die Grundlage für eine reibungslose und zuverlässige Verkehrsbedienung mit Bussen gelegt, was in Oberbayern über 317 Millionen Fahrgästen im ÖPNV, Schüler- und Reisebusverkehr zu Gute komme. Seit Jahren hinke die finanzielle Förderung  für den öffentlichen Busverkehr der für den Schienenverkehr hinterher. Deshalb fordern die bayerischen Busunternehmen auch im Interesse ihrer Fahrgäste, dass das bestehende Fördergefälle abgebaut wird. Laut Angaben der BEG zahlt der Steuerzahler für den schienengebundenen Nahverkehr gut über 50 Prozent der Kosten.  

Ein weiteres großes Problem für die 312 oberbayerischen Busunternehmen stellt das Mindestlohngesetz dar. „Seine Geburtsfehler in Bezug auf die Auftraggeberhaftung und die Dokumentationspflichten strapazieren die mittelständischen Verkehrsunternehmen über Gebühr“, teilt der LBO mit. Hier seien umgehende Korrekturen zwingend notwendig. Aber auch die Pläne von Bundesfinanzminister Schäuble zur Reform der Erbschaftsteuer bereiteten den familiengeführten Betrieben Sorge. Weitere Hauptthemen der Sitzung werden der sich immer mehr abzeichnende Fahrermangel, insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage im Fernbuslinienverkehr, sowie die Herstellung der vollständigen Barrierefreiheit im ÖPNV sein, wie sie bis zum Jahr 2022 gefordert wird. Das Thema Qualifizierung und Weiterbildung steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Marion Lamprecht, Arbeitsmanagerin der Agentur für Arbeit, München wird Informationen zur Förderung für Weiterbildungsmaßnahmen und Eingliederungshilfen aus erster Hand geben.

Die Sitzung wird geleitet vom langjährigen LBO-Bezirksvorsitzenden für Oberbayern, Leonhard Neumayr (Garching). LBO-Präsident Heino Brodschelm (Burghausen) wird seine Kolleginnen und Kollegen persönlich begrüßen. Über die aktuellen gewerbepolitischen Themen werden LBO-Geschäftsführendes Präsidialmitglied, Rechtsanwalt Horst Schilling, und Dipl.-Betriebswirtin Monika Steffen berichten.

Hinweis: Die Veranstaltung findet ab 10.00 Uhr im Haus des Verkehrs, Georg-Brauchle-Ring 91, 80992 München statt. (ah)

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