Rainer Bopp ist sehr zufrieden mit der 5b. Der Fahrer der Firma Bottenschein, die den Schulbusverkehr in der Region Blaubeuren durchführt, stoppt per Handy die Zeit, die die Schüler fürs Einsteigen benötigen. Zuerst sollen sie drängeln, beim zweiten Durchgang in Reih und Glied ihre Plätze aufsuchen. Erstaunliche Erkenntnis für die Schüler: Wildes Busstürmen dauert deutlich länger. Eine Schulstunde lang übt Bopp mit jeder fünften Klasse, wie man sich korrekt an der Haltestelle verhält, welche Regeln im Bus herrschen oder wo sich der Nothammer befindet. Der WBO schult Busfahrer wie Bopp extra für die Aktion und hofft darauf, dass sich möglichst viele seiner rund 400 Mitgliedsbetriebe anschließen. „Für uns ist das keine Pflicht, sondern Kür“, erklärt Horst Bottenschein, Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens. Ihre Idee tragen die Macher derzeit an die Schulen im Land, die in der Regel aber ein offenes Ohr hätten, erläutert WBO-Pressesprecher Klaus Zimmermann. „Wir wollen das Ganze flächendeckend einführen.“
Reimund Elbe, Pressesprecher des ADAC Württemberg, unterstrich beim Aktionstag am 8. April: „Das Thema Verkehrssicherheit hat bei uns schon immer eine hohe Priorität. Die Sicherheit beim Busfahren liegt uns deshalb sehr am Herzen.“ Das Programm sei ein wichtiger Baustein zur Unfallvermeidung. Elbe appellierte parallel an Autofahrer, im Bereich von Bushaltestellen besonders vorsichtig zu fahren.
Aus einem wichtigen Grund stehen Fünftklässler im Fokus der neuen Schulbus-Aktion: Sie müssen sich durch den Wechsel von der Grund- an eine weiterführende Schule in der Regel ans tägliche Busfahren gewöhnen. Das bestätigt auch Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold: „Wir haben 60 Prozent Busfahrschüler am Standort Blaubeuren.“ Ein Sicherheitstraining für Neulinge ist in seinen Augen absolut notwendig. Der Bus ist nach Angaben der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) das sicherste Verkehrsmittel für den Schulweg. „Wir können die Technik noch weiter verbessern, aber der Faktor Mensch bleibt immer“, erklärt Klaus-Peter Flieger von der UKBW das Engagement seiner staatlichen Unfallkasse. (ah)