Nach Karl-Peter Naumann, dem Bundesvorsitzenden von Pro Bahn, müsse es selbstverständlich sein, dass der Fernbus Maut bezahle: „Das Gesetz verspricht mehr Wettbewerb. Der sollte dann aber auch fair sein.“ Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) spricht sich für eine Maut aus. Er begrüße zwar, dass „Fernlinienbusverkehre künftig nicht mehr der Genehmigungspflicht unterliegen“. Um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, seien jedoch für Fernlinienbus und Schiene vergleichbare Bedingungen unabdingbar, so der VCD in einer Pressemitteilung. Analog zu den Trassen- und Stationspreisen für die Bahn müsse der Fernlinienbus Maut für die Nutzung der Straßen zahlen. Außerdem müssten für beide Verkehrsträger die Fahrgastrechte und vergleichbare Sozial-, Umwelt- und Sicherheitsstandards gelten. Denn Maut-Überlegungen erteilt die FDP schon einmal eine klare Absage. „Eine Bus-Maut ist absolut kontraproduktiv“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP, Patrick Döring, der WirtschaftsWoche. Döring ist auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag. „Es kann nicht unser Ziel sein, ausgerechnet die Menschen, die den Fernbus als ökonomisch und ökologisch sinnvolle Alternative zum eigenen Auto entdecken, durch eine Maut abzustrafen“, so Döring. Ähnliches ist nach Angaben der WirtschaftsWoche auch aus dem Bundesverkehrsministerium zu hören. Eine Maut sei „kein Thema“. (ah)
Zankapfel Busmaut
Nachdem die fast vollständige Liberalisierung des Fernbuslinienverkehrs bekannt wurde, fordert der Fahrgastverband Pro Bahn und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) eine Busmaut.