Das Projektteam der ASEAG hat gemeinsam mit der Aachener Futavis GmbH ein Batteriepaket mit einer Kapazität von circa 180 Kilowattstunden im Bus verbaut. Mehr als 1.100 Batteriezellen in modularer Bauweise, also verteilt auf Vorder- und Hinterwagen, verleihen dem Elektromobil die entsprechende Antriebskraft. Um den betrieblichen Einsatz des Fahrzeugs bereits zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt sicherstellen zu können, war die DEKRA in die Umbauaktivitäten von Beginn an eingebunden. Nun wird das Fahrzeug erstmals im Linienverkehr der ASEAG zum Einsatz kommen. Wie sich der Elektrobus letztlich auf der Straße bewährt, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen.
Auch auf Verbundebene ist das Pilotprojekt unterstützt worden. So hat der Aachener Verkehrsverbund (AVV) die Kosten für die Hardware in Höhe von rund 700.000 Euro zu 75 Prozent gefördert. Realisiert hat die ASEAG das ehrgeizige Projekt mit der Aachener Futavis GmbH, die auf die Entwicklung und Produktion elektronischer Systeme zur Förderung erneuerbarer Energien spezialisiert ist. Futavis-Geschäftsführer Jens Bockstette: „Der Erfolg der Elektromobilität steht und fällt mit der Leistungsfähigkeit der Batterien. Von ihrer Weiterentwicklung hängt vieles ab. Wir erwarten eine Mindestfahrstrecke von rund 50 Kilometern – und dies zu jeder Jahreszeit. Für uns wird nun der Realbetrieb zeigen, welche Fahrleistung der Bus tatsächlich aufweist.“
Für einen erfolgreichen Einsatz des Busses auf Aachens Straßen ist die Ladeinfrastruktur von Relevanz. Zunächst wird das Fahrzeug konduktiv, also per Stecker, auf dem Betriebsgelände der ASEAG geladen. Aufgrund der geringen Erfahrung mit den zu erwartenden Ladezyklen im Echtbetrieb ist der Elektrobus zunächst auf der Linie 43 im Einsatz und passiert auf seiner Strecke immer wieder das Betriebsgelände der ASEAG. Die aus dieser ersten Phase gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend in ein Konzept für Ladeinfrastruktur einfließen. Perspektivisch könnte der Elektro-Gelenkbus bei entsprechender Ladeinfrastruktur auf der Linie 73 eingesetzt werden. Diese bietet sich aufgrund ihrer Streckenführung an: Ein hoher Innenstadtanteil, kombiniert mit einem topographisch interessanten Streckenverlauf, ist eine gute Voraussetzung für die Messung von Energiebedarf und Geräuschemissionen.
Der Umbau ist auch Bestandteil des EU-Projektes „Civitas Dyn@mo", welches die Stadt Aachen seit Ende 2012 gemeinsam mit 27 lokalen Partnern aus drei weiteren europäischen Städten leitet. Das Projekt hat eine Gesamtförderung von 8,5 Millionen Euro, drei Millionen Euro aus der Civitas-Initiative gehen in die Region Aachen, der Gesamtanteil der Förderung auch für andere Arbeitspakete der ASEAG beträgt 365.000 Euro. Im Projekt geht es in erster Linie um eine möglichst umweltfreundliche Art der Fortbewegung. Konkret um saubere Fahrzeuge oder auch den Einsatz intelligenter Technik, zum Beispiel beim Fahrkartenverkauf. Mehr Informationen zu Civitas unter http://www.aachen.de/civitas. (ah)