Man wolle in nächsten Jahren „bis zu 200 Millionen Euro“ in das europäische busspezifische Servicenetz investieren, erklärte Till Oberwörder, CEO von Daimler Buses, bei einer Pressekonferenz am Freitag, 17. April. Dies sei „so viel wie nie zuvor“, sagte Oberwörder. „Service macht den Unterschied. Busse verdienen nur dann Geld, wenn sie im Einsatz sind. Dafür brauchen unsere Kunden einen Partner, der sie von der Fahrzeugauswahl über die passende Infrastruktur bis zur schnellen und verlässlichen Wartung unterstützt. Für Ladesäulen gilt das Gleiche: Wenn sie ausfallen, steht der Betrieb“, sagte Oberwörder, der ankündigte: „Daimler Buses wird deshalb zum Anbieter von Service-Ökosystemen, damit Unternehmen sich voll auf ihr Geschäft konzentrieren können. Genau hier unterscheiden wir uns zu anderen in unserem Marktumfeld.“
Service soll weiter ausgebaut werden
Daimler Buses verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 630 Standorte, davon 36 eigene Service Center. Dies sei „bereits das dichteste Netzwerk Europas“. Mit neuen Service-Standorten sowie modernisierten Betrieben aber auch mit einem erweiterten Angebot insbesondere für Ladeinfrastruktur wolle man diese Position im Bus-Service weiter ausbauen. Dabei rechnet Daimler Buses mit einem wachsenden Kundeninteresse sowohl am Aufbau als auch am Betrieb von E‑Infrastruktur aus einer Hand. Der Hersteller bietet dies bereits an und baut sein Angebot weiter aus: Neu sind eine eigene Hotline und ein eigenes Team ausschließlich für den Ladesäulen-Service – zunächst in Deutschland und in den nächsten Jahren auch in zahlreichen europäischen Ländern. Daimler Buses errichtet auch seine eigenen Ladesäulen direkt auf dem Betriebshof der Busunternehmen und wird damit zum Ladeparkbetreiber im Kundendepot – das sogenannte Charging-as-a-Service.
Einführung von Over‑the‑Air‑Updates
Ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld sieht der Hersteller im Bereich digitale Services und Vernetzung. Daimler Buses setzt bereits seit 2017 auf Konnektivität seiner Fahrzeuge. Europaweit sind mittlerweile rund 50.000 Fahrzeuge von Daimler Buses vernetzt. Der Hersteller stattet inzwischen alle Neufahrzeuge mit der entsprechenden Technologie aus, so dass die Busse auf Kundenwunsch Daten senden und empfangen können. Daimler Buses führt zudem in diesem Jahr in Europa Over‑the‑Air‑Updates ein. Fahrzeuge können so ohne Werkstattaufenthalt Softwareupdates erhalten.
Kein Fremdsteuerzugriff
Daneben bietet das Unternehmen die Möglichkeit, Verschleißteile zu überwachen, Fahrzeuge zu orten oder im Rahmen von Flottenmanagementservices Verbrauchsdaten zu analysieren. Man habe die Softwarearchitektur der Busse so ausgelegt, dass „sie Fahrzeugzugriffe dokumentiert und keinen Fremdsteuerzugriff zulässt“ betonte Daimer Buses. Man verarbeite alle Daten nach europäischen Sicherheits- und Datenschutzstandards.