Insolvenz: Viseon auf Investorensuche

27.05.2013 15:43 Uhr
Viseon Primove
© Foto: Sascha Böhnke

Nachdem der Bushersteller Viseon Ende April Insolvenzantrag gestellt hat und aktuell monatlich Verlust macht, sucht das Unternehmen weltweit nach Investoren.

„Viseon hat eine starke hochtechnologische Substanz, qualifizierte Mitarbeiter und moderne Fertigungsanlagen in Pilsting. Für das Überleben aber ist ein starker, international tätiger Investor notwendig, der das Unternehmen mit Aufträgen und im Vertrieb unterstützen kann “, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé am 27. Mai 2013 bei einer Mitarbeiterversammlung in Pilsting. Deshalb sei bereits Kontakt zu über 60 potentiellen Interessenten aufgenommen worden.

„Es gibt erste Interessenbekundungen, aber es ist noch zu früh diese zu bewerten. Wir treiben den Investorenprozess mit Hochdruck voran, aber der Ausgang ist völlig offen“, betonte Jaffé. Eine erste Bestandsaufnahme habe ergeben, dass die wirtschaftliche Situation des Betriebes sehr schwierig sei. Viseon habe 2012 bei Umsätzen von rund 34 Millionen Euro erhebliche Verluste gemacht, was für ein Unternehmen in der Wachstumsphase auch typisch sei. Viseon stellte innerhalb von drei Jahren eine komplette, neue Reisbusbaureihe mit vier verschiedenen Modellen sowie einen Niederflurdoppeldecker vor. „Viseon ist allein aber zu klein, die produzierte Menge an Bussen ist derzeit zu gering, um nachhaltig wirtschaftlich zu sein. In der aktuellen Situation macht das Unternehmen monatlich Verlust. Deshalb müssen wir das Unternehmen betriebswirtschaftlich neu aufsetzen und nach Möglichkeit einen Partner gewinnen, der für die entsprechenden Skaleneffekte in der Produktion sorgt“, so Jaffé.

Derzeit würden im Werk in Pilsting noch einzelne Busse endgefertigt. Aufgrund der fehlenden Liquidität hätte seit mehreren Wochen kein neues Material für die Produktion mehr beschafft werden können. Deshalb sei die Neuproduktion schon Wochen vor der Insolvenzantragstellung am 26. April 2013 zum Erliegen gekommen. „Wir arbeiten derzeit nur die Aufträge ab, die zumindest kostendeckend sind und mit denen wir kurzfristig Liquidität generieren können“, so Geschäftsführer Joachim Reinmuth. „Wir sprechen mit einigen Kunden jedoch auch über Neuaufträge, um damit eine gute Ausgangsbasis zu schaffen für den Neustart.“ Die Lohn- und Gehaltszahlungen an die aktuell rund 280 Mitarbeiter in Pilsting sind laut Insolvenzverwalter noch bis Ende Juni über die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes gesichert. (ah)

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