MAN: Sparte Commercial Vehicles mit Einbußen

26.02.2013 16:06 Uhr
MAN Logo
© Foto: MAN

Bei MAN Truck & Bus gingen die Bestellungen im Geschäftsjahr 2012 um vier Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zurück, bei MAN Latin America um 20 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Die Nutzfahrzeugbranche litt im Jahr 2012 unter dem konjunkturellen Abschwung, erklärt das Unternehmen. Der von MAN Truck & Bus erwirtschaftete Umsatz von 8,8 Milliarden Euro liegt leicht unterhalb des Vorjahres (9,0 Milliarden Euro). Das Operative Ergebnis sank auf 225 Millionen Euro (565 Millionen Euro). Hier habe sich die Schwäche des europäischen Nutzfahrzeugmarktes besonders bemerkbar gemacht: MAN Truck & Bus konnte diese nach eigenen Angaben teilweise durch positive Effekte außerhalb Europas ausgleichen. Allerdings sank in der Folge des veränderten Länder- und Produktmixes die durchschnittliche Marge, erklärt das Unternehmen. Bei MAN Latin America zeigten sich Umsatz und Operatives Ergebnis ebenfalls von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Neben der Einführung des Euro 5-Emissionsstandards in Brasilien, der zu deutlichen Vorzieheffekten im Jahr 2011 geführt hatte, verschlechterten sich für viele Kunden zudem die Finanzierungsbedingungen. Der Umsatz betrug 2,9 Milliarden Euro (3,6 Milliarden Euro), das Operative Ergebnis 229 Millionen Euro (400 Millionen Euro), was einer Umsatzrendite von 8,0 Prozent entspricht. Insgesamt lieferte MAN im Jahr 2012 an seine Kunden 134.245 Fahrzeuge aus.

Die MAN Gruppe hat das Geschäftsjahr 2012 trotz andauernder Nutzfahrzeugflaute mit einem Operativen Ergebnis von annähernd einer Milliarde Euro abgeschlossen. Das Nutzfahrzeug- und Maschinenbauunternehmen erwirtschaftete ein Operatives Ergebnis von 964 Millionen Euro. Das Vorjahresergebnis von 1.483 Millionen Euro konnte nicht erreicht werden. Diese Entwicklung ist vor allem bestimmt durch den klaren Rückgang im Geschäftsfeld Commercial Vehicles. Das Ergebnis des Geschäftsfelds Power Engineering blieb mit 503 Millionen Euro hingegen stabil und leistete einen wertvollen Beitrag zum Gruppenergebnis. Der Umsatz ging trotz einer deutlich geringeren Nachfrage auf den für MAN wichtigen europäischen und brasilianischen Nutzfahrzeugmärkten auf 15,8 Milliarden zurück und liegt damit vier Prozent unter dem Rekordumsatz des Vorjahres. Die Umsatzrendite lag mit 6,1 Prozent knapp unter dem angestrebten Zielbereich, so MAN.

„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir knapp eine Milliarde Euro Operatives Ergebnis erwirtschaftet“, sagt Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstands der MAN SE. Die europäische Staatsschuldenkrise und die Einführung des Euro 5-Emissionsstandards in Brasilien haben – neben anderen Faktoren – zu einer spürbaren Verunsicherung auf den für MAN wichtigen Märkten geführt. Kaufzurückhaltung und ein verschärfter Wettbewerb waren die Folge. Diese Ereignisse sind auch im Auftragseingang der MAN Gruppe abzulesen, der im Geschäftsjahr 2012 bei 15,9 Milliarden und damit um sieben Prozent unter dem Vorjahreswert lag.

MAN geht für das Jahr 2013, besonders aber für das erste Halbjahr, von einem rückläufigen Nutzfahrzeuggeschäft in Europa aus. Für den wichtigen brasilianischen Markt erwartet der Vorstand im Gegensatz dazu wieder einen Absatzanstieg. Der Umsatz im Geschäftsfeld Commercial Vehicles wird nach Unternehmensangaben voraussichtlich leicht unter dem Niveau des Vorjahres sein, die Umsatzrendite konstant bleiben. Nach einem schwächeren Auftragseingang im Geschäftsjahr 2012 werden Umsatz und Umsatzrendite im Geschäftsfeld Power Engineering rückläufig sein. Für die MAN Gruppe resultiert daraus für 2013 ein leicht rückläufiger Umsatz und ein überproportional verringertes Operatives Ergebnis. Diese Aussagen beruhen auf der Annahme, dass sich die europäische Staatsschuldenkrise nicht weiter zuspitzt und konjunkturelle Impulse in den Schwellenländern greifen.

Angesichts der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Nutzfahrzeugbranche ist der Vorstand der MAN SE mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres nicht zufrieden und hat entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Im Fokus steht dabei die Kostenreduktion und Effizienzsteigerung sowohl in der Produktion als auch in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung. Darüber hinaus ermöglicht, so MAN, die Flexibilisierung der Produktion eine Anpassung an verringerte Absatzvolumina. Geplante Investitionen würden kritisch überprüft und gegebenenfalls zeitlich gestreckt. Potenzial sieht MAN zudem in der Neuausrichtung der Beschaffung, insbesondere der Bündelung in einer zentralisierten Einkaufsorganisation. „Auch wenn wir die makroökonomischen Faktoren nicht beeinflussen können, so werden wir doch alle notwendigen Schritte unternehmen, um MAN auch in stürmischen Zeiten auf dem richtigen Kurs zu halten“, sagt Pachta-Reyhofen. (ah)

MEISTGELESEN


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


www.omnibusrevue.de ist das Online-Portal der monatlich erscheinenden Zeitschrift OMNIBUSREVUE aus dem Verlag Heinrich Vogel, die sich an Verkehrsunternehmen bzw. Busunternehmer und Reiseveranstalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz richtet. Sie berichtet über Trends, verkehrspolitische und rechtliche Themen sowie Neuigkeiten aus den Bereichen Management, Technik, Touristik und Handel.