Videoschutzsysteme werden bereits seit längerer Zeit bei vielen Verkehrsunternehmen in Deutschland erfolgreich eingesetzt – so auch im Verkehrsverbund Rhein Ruhr. Durch ihren Einsatz konnten in der Vergangenheit Straftaten in Fahrzeugen oft sehr schnell aufgeklärt und die Täter überführt werden. Dadurch wirkt Videotechnik in den Fahrzeugen für bestimmte Straftäter wie Drogenhändler, Taschendiebe oder Randalierer abschreckend. Andere Tätertypen – insbesondere wenn Alkohol im Spiel ist – lassen sich nicht einschüchtern. Daher hat das KompetenzCenter Sicherheit NRW, welches bei der VRR AöR angesiedelt ist, hat zusammen mit der Darmstädter Unternehmensberatung hd Management Consulting GmbH (hdmc) ein Konzept entwickelt, mit dem Belästigungen und körperliche Übergriffe verhindert werden sollen. Die technische Grundvoraussetzung besteht in einem Videoschutzsystem im Fahrzeug mit einer Möglichkeit zur Onlineübertragung von Videobildern in eine Leitstelle sowie einem Display im Fahrzeug. Tritt ein Sicherheitsvorfall in einem Bus oder Fahrzeug ein, kann der Fahrer die „PräViteS-Taste“ auslösen, die mit einem Überfalltaster in einer Bank gleichzusetzen ist. Daraufhin werden die Videobilder direkt in die Leitstelle übertragen, dauerhaft gespeichert und an die relevanten Stellen über eine Onlineverbindung übertragen. Zusätzlich erhalten die relevanten Stellen den genauen Fahrzeugstandort. Gleichzeitig werden auch die Fahrgäste über den Vorfall informiert. Die Initiatoren des Projektes erwarten, dass Täter in diesem Moment von ihren Opfern ablassen und die offenen Türen als Fluchtmöglichkeit nutzen, so dass die Tat nicht weiter eskaliert. Anhand der Videobilder kanne r im Nachhinein identifiziert werden. Dieses Konzept wird in zehn Bussen der Vestischen Straßenbahnen GmbH, Herten, pilothaft implementiert und dann nach erfolgreichem Piloten möglicherweise auf den Bereich der Schienenfahrzeuge ausgebaut. Vorab ist das Modell auf der Fachmesse #rail in Dortmund vom 09. bis 11. November 2009 in Halle 3 B, Stand Nr. 3136 (Land NRW) zu sehen. (akp)
Präventiver Einsatz von Videotechnik für mehr Sicherheit
Wie kann Videotechnik in Kombination mit Zivilcourage zu mehr Sicherheit in Bussen und Bahnen beitragen? Diese Frage stand bei der Umsetzung des Pilotprojektes PRÄVITES im Vordergrund, das auf der #rail 2009 in Dortmund auf dem Stand der NRW-Landesregierung der Öffentlichkeit vorgestellt wird.