Zulieferer unter Druck

29.10.2008 09:11 Uhr
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Die Zulieferer werden mit in den Strudel der Krise bei den Autobauern gezogen.

Verlängerte Weihnachtsferien, stillstehende Bänder und Gewinnwarnungen - die ständig neuen Hiobsbotschaften aus den Werken von Herstellern wie Daimler oder treffen viele Zulieferer mit voller Wucht. Prognosen für das laufende Jahr werden korrigiert, befristete Beschäftigungsverhältnisse nicht verlängert und Werke für einzelne oder mehrere Tage stillgelegt. Außerdem verschärft die Krise die bereits bestehenden Probleme der Branche. Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer zeichnet ein düsteres Bild für die rund 700 Zulieferer-Betriebe mit etwa 350.000 Beschäftigten in Deutschland. Die Absatzkrise der Autohersteller könnte seiner Einschätzung nach hierzulande rund 50.000 Arbeitsplätze gefährden. "Diese Zahl ist ein extremes Negativszenario und zeigt, was passieren kann, wenn die Märkte weiter so in den Keller rutschen und wir keinerlei Unterstützung für den Mittelstand bereitstellen", sagte der Branchenexperte dem Audiodienst der Deutschen Presse-Agentur dpa. In den nächsten zwei Jahren könnten seiner Ansicht nach bis zu 20 Prozent der Autozulieferer Pleite anmelden. Auch der weltgrößte Autozulieferer Bosch reagiert auf die Krise. "Wir spüren einen deutlichen Rückgang bei den Abrufzahlen", berichtet ein Unternehmenssprecher. Die Produktion im Werk Reutlingen-Rommelsbach wurde in dieser Woche stillgelegt und 400 Mitarbeiter nach Hause geschickt. Auch an anderen Standorten fallen immer wieder einzelne Schichten aus. Überstunden auf Arbeitszeitkonten werden abgebaut, mehrere hundert befristete Verträge wurden nicht verlängert. Für den Fall, dass diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen, bauen die Stuttgarter bereits vor. Mit dem Betriebsrat würden Gespräche über mögliche verkürzte Arbeitszeiten und Kurzarbeit geführt, falls die Flaute weiter anhält, sagte der Sprecher. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hatte bereits angekündigt, dass das ursprünglich angepeilte Umsatzplus für dieses Jahr nicht erreicht werden kann - eine neue Prognose gibt es nicht. Beim drittgrößten deutschen Zulieferer ZF wird es am Stammsitz in Friedrichshafen am Bodensee eine Weihnachtspause vom 22. Dezember bis zum 6. Januar geben. Am vergangenen Jahreswechsel ruhte der Betrieb nicht, weil ein hoher Auftragsüberhang zu bewältigen war.

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