Mit der digitalen Identität stehe die „Digitalisierung der Identitätsprüfung vor einem grundlegenden Wandel“, so der Deutsche Reiseverband (DRV), der in diesem Zusammenhang auf den EU Digital Identity Wallet (EUDI Wallet) verweist. Dabei handelt es sich um eine standardisierte, staatlich anerkannte „digitale Brieftasche“, mit der digitale Identitäten, Nachweise und Berechtigungen sicher gespeichert und verwaltet werden können, so der Verband.
Europaweit einheitlich Infrastruktur für digitale Identitäten
Mit der EUDI Wallet und der eIDAS-2.0-Verordnung – der aktualisierten EU-Regelung für elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste – entstehe eine europaweit einheitliche Infrastruktur für digitale Identitäten, erläutert der DRV. Was dies für die Reisewirtschaft bedeutet und wie sich Unternehmen frühzeitig darauf vorbereiten können, zeigt das neue Whitepaper „Digitale Identität in der Touristik – EU Digital Identity Wallet und eIDAS 2.0“ des DRV, das der IT-Ausschuss des Verbands zur Orientierung für die Unternehmen der Reisewirtschaft erarbeitet hat.
"Die EUDI Wallet verändert die Art und Weise, wie Identitäten künftig entlang der gesamten Customer Journey nachgewiesen und verarbeitet werden."
Nicole Ludwig, Vorsitzende des DRV-IT-Ausschusses
Reisebuchung, Check-in und Hotelregistrierung
Das Whitepaper erläutert die regulatorischen Rahmenbedingungen, zeigt die technologischen Grundlagen der Wallet auf und beleuchtet konkrete Anwendungsmöglichkeiten – von der Reisebuchung über Check-in und Boarding bis hin zur Hotelregistrierung und weiteren touristischen Leistungen entlang einer Reise. Gleichzeitig werden Chancen, Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für Reiseveranstalter, Reisebüros, Geschäftsreiseanbieter und touristische Technologieunternehmen aufgezeigt.
So selbstverständlich wie das Online-Ticket
„Die EUDI Wallet ist weit mehr als eine technische Innovation. Sie verändert die Art und Weise, wie Identitäten künftig entlang der gesamten Customer Journey nachgewiesen und verarbeitet werden“, erläuterte Nicole Ludwig, Vorsitzende des DRV-IT-Ausschusses. „Die digitale Identität wird in den kommenden Jahren so selbstverständlich werden wie heute das Online-Ticket oder die digitale Bordkarte. Für die Reisewirtschaft bietet sich jetzt die Chance, Prozesse neu zu denken und gleichzeitig die Erwartungen der Reisenden an Komfort, Sicherheit und Datenschutz besser zu erfüllen.“
"Kaum eine Branche ist so stark auf die sichere Verarbeitung von Identitätsdaten angewiesen wie die Touristik."
Deutscher Reiseverband (DRV)
Sichere Verarbeitung von Identitätsdaten ist für die Touristik essenziell
Kaum eine Branche sei so stark auf die sichere Verarbeitung von Identitätsdaten angewiesen wie die Touristik, betont der Branchenverband. Gleichzeitig würden heute noch „zahlreiche Medienbrüche, wiederholte Dateneingaben und manuelle Prüfprozesse für zusätzlichen Aufwand und Fehleranfälligkeit“ sorgen. Die EU Digital Identity Wallet biete die Chance, diese Abläufe künftig „deutlich effizienter, sicherer und kundenfreundlicher zu gestalten“, so der DRV.
Konkrete Empfehlungen für Reiseunternehmen
Neben den Auswirkungen auf Geschäftsprozesse und IT-Architekturen gibt das Whitepaper konkrete Empfehlungen für die Vorbereitung auf die kommenden Veränderungen. Denn auch wenn die verpflichtende Akzeptanz der Wallet für bestimmte Bereiche erst in den kommenden Jahren greife, müssten technologische und organisatorische Weichen bereits heute gestellt werden, betont der DRV.