Mit neuen Ausstellungsstationen und Aquarien stellt es seinen Besuchern den am wenigsten erforschten Ort der Erde genauer vor. Das Sonnenlicht reicht in den Weltmeeren nur bis in wenige Hundert Meter Tiefe; es herrscht ein unvorstellbarer Druck und Eiseskälte. Dennoch gibt es in der Tiefsee Leben in Hülle und Fülle, nur anders als man es an Land gewohnt sind. So sind vielen Menschen die weißen oder orangefarbenen Kaltwasserkorallen noch unbekannt, obwohl sie große Flächen entlang des europäischen Kontinentalabhanges bevölkern.
In drei neuen Becken mit insgesamt 1.500 Litern Wasser präsentiert das Ozeanuem nun erstmals diese in Aquarien selten gesehenen Tiere. Im Gegensatz zu ihren tropischen Artgenossen leben Kaltwasserkorallen in der Dunkelheit der Tiefsee, ernähren sich von Plankton und wachsen mit nur ein bis zwei Zentimeter pro Jahr sehr langsam. In Zusammenarbeit mit dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel brachte das Tauchteam des Ozeaneum im Sommer 2013 erste Exemplare von einer Expedition vor der norwegischen Küste nach Stralsund. Hinter den Kulissen des Museums haben die Tierpfleger inzwischen Routine in der komplizierten Haltung der Kaltwasserkorallen gewonnen.
Im Meeresmuseum erleben die Besucher in einem neuen Tiefseetunnel die bizarren Bewohner und Besonderheiten dieses Lebensraumes. Wer vermutet schon, dass ein verendeter und zum Meeresboden gesunkener Wal bis zu 60 Jahre Energiequelle ist für Eishaie, Grenadierfische und Riesenasseln? In Zusammenarbeit mit dem WWF präsentiert das Meeresmuseum zudem eine Sonderausstellung über Kaltwasserkorallen. Begleitend bietet das Deutsche Meeresmuseum Vorträge, Veranstaltungen und Aktionen während des Familiensommers zu seinem Themenjahr an. Weitere Informationen zum Themenjahr unter http://www.ozeaneum.de. (ah)