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Herbsturlaub in Europa: Was geht und was nicht?

Entspannung, kleine Abenteuer oder einfach einen Tapetenwechsel wünschen sich viele - aber was ist mit Corona?
© Foto: Stadt Neumarkt i.d.OPf/ Hans Fabian

Die Herbstferien rücken näher oder haben schon begonnen. Ob Wandertour oder Städtetrip: Wer verreist, muss in der Corona-Pandemie weiterhin mit Einschränkungen rechnen. Was gilt wo in Europa?


Datum:
08.10.2021
Autor:
dpa/Anja Kiewitt
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In den ersten Bundesländern haben die Herbstferien begonnen - woanders stehen sie kurz bevor. Entspannung, kleine Abenteuer oder einfach einen Tapetenwechsel wünschen sich viele - aber was ist mit Corona? Ein Überblick über aktuelle Regeln in beliebten Urlaubsländern:

Frankreich

Restaurants, Kinos, Museen und Sporthallen sind in Frankreich geöffnet. Zutritt gibt es aber nur mit Impf-, Test- oder Genesungsnachweis, auch bei den Außenbereichen. Ein solcher Nachweis ist auch Voraussetzung für Fahrten mit dem Reisebus oder dem Fernzug. Für die Einreise aus Europa braucht es ebenso einen Impfnachweis oder einem negativen PCR- oder Schnelltest. Auch für die Rückreise nach Deutschland muss ein Nachweis erbracht werden. Corona-Tests sind für Ausländer nicht mehr gratis. Die Infektionszahlen sinken in Frankreich weiter. Zuletzt steckten sich innerhalb einer Woche landesweit etwa 49 Menschen auf 100.000 an.

Schweiz

Die Schweiz verlangt vielerorts ein Corona-Zertifikat, das eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test nachweist. Jeder, der nicht geimpft oder genesen ist, muss bei der Einreise einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorlegen - unabhängig davon, ob er mit dem Flugzeug oder Auto über die Grenze will. Zudem müssen alle Touristen ein Einreiseformular mit Kontaktdaten ausfüllen. Wer nicht geimpft, genesen oder negativ getestet ist, kommt nicht mehr in Restaurant-Innenräume, Museen und Veranstaltungen. Das EU-Zertifikat wird anerkannt. Die Infektionszahlen sinken zwar seit Wochen, liegen aber deutlich höher als in Deutschland.

Österreich

Für die Einreise gilt nach wie vor die 3G-Regel. Auch in Hotels, Restaurants und Kultureinrichtungen muss man nachweisen können, dass man vollständig geimpft, genesen oder regelmäßig getestet ist. Allerdings haben es Geimpfte leichter: Sie müssen nur in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln FFP2-Masken tragen. Für Ungeimpfte gilt die Maskenpflicht auch in allen anderen Geschäften und Kultureinrichtungen. Wien ist strenger: Die 3G-Regel gilt ab sechs Jahren, im Rest des Landes ab zwölf. Bei Großveranstaltungen in der Hauptstadt sind nur Geimpfte und Genesene zugelassen (2G). Die Sieben-Tage-Inzidenz ist mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland.

Dänemark

Deutschlands nördlichster Nachbar hat der Pandemie mit hohen Impfraten nach eigenen Angaben den Zahn gezogen und am 10. September alle im Land geltenden Corona-Beschränkungen aufgehoben. Das Leben in Dänemark fühlte sich schon zuvor fast beschränkungsfrei an, eine Maskenpflicht gab es schon seit längerem nicht mehr. Dem Herbsturlaub im Ferienhaus an der dänischen Nordseeküste oder der Städtereise nach Kopenhagen steht also derzeit kaum etwas im Weg. Einzig bei der Einreise sollte man sich informieren, was die Dänen von Urlaubern erwarten. Aktuell muss man als Reisender aus Deutschland einen Corona-Test vorzeigen. Für Kinder, Geimpfte und Genesene gilt das nicht.

Niederlande

In den Niederlanden wurden bereits so viele Maßnahmen aufgehoben oder gelockert, dass das Leben fast wieder normal verläuft. So gilt zum Beispiel die 1,5-Meter-Regel nicht mehr. Dafür muss man aber vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur- und Sportveranstaltungen mit einem Corona-Pass nachweisen, dass man geimpft, getestet oder genesen ist. Das gleiche gilt für die Einreise aus Deutschland. Der digitale Nachweis der EU wird anerkannt. Eine Maskenpflicht gilt nur noch für Bus, Bahn und Flughäfen.

Großbritannien

Trotz einer der höchsten Infektionsraten in ganz Europa sind in Großbritannien Clubs, Theater, Pubs und Stadien geöffnet. Im größten Landesteil England ist zudem nirgendwo ein Nachweis über Impfungen gefragt. Für Einreisende - auch für vollständig Geimpfte - ist allerdings weiterhin ein PCR-Test spätestens am zweiten Tag nach Ankunft vorgeschrieben, die Kosten dafür liegen bei mindestens 50 Pfund (58 Euro) pro Person. Im Laufe des Oktobers sollen die Regeln gelockert werden, dann soll auch ein günstigerer Schnelltest ausreichen. Für die Rückreise nach Deutschland gilt die 3G-Regel: Ein Nachweis über vollständige Impfung, Genesung oder einen aktuellen negativen Test.

Italien

Die Infektionslage in Italien ist zufriedenstellend, keine Region gilt als besonders gefährdet, Reisen ist uneingeschränkt möglich. Voraussetzung für den Zugang zum öffentlichen Leben - etwa zu Restaurants, Museen, Theater - ist ein "Grüner Pass", also eine Bescheinigung über Impfung, Genesung oder Negativtest. Der QR-Code der auch in Deutschland benutzten EU-Corona-App wird anerkannt. Bei der Einreise ist eine Online-Anmeldung auszufüllen, mit dem EU-Zertifikat sind keine Quarantänemaßnahmen nötig. Vielerorts, etwa in Zügen, Bussen oder Geschäften, herrscht eine Maskenpflicht. Bei der Rückreise aus Italien verlangt Deutschland den Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines gültigen Corona-Tests.

Spanien und Portugal

In den bei den Deutschen sehr beliebten Urlaubsländern ist die Corona-Lage weiterhin entspannt. Die Infektionszahlen sind deutlich niedriger als in Deutschland. In Portugal betrug die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt 41. In Spanien lag der Wert sogar nur noch bei 21,75. In Deutschland war er zuletzt fast drei Mal so hoch. Die Impfquoten sind zudem mit die höchsten in Europa. Der Anteil der vollständig geimpften Bürger wurde von den Behörden in Spanien zuletzt mit 77,5 Prozent angegeben, in Portugal wurde diese Woche sogar die 84-Prozent-Marke übertroffen. Im Zuge der positiven Entwicklung gibt es in beiden Ländern nur noch wenige Beschränkungen, die immer weiter gelockert werden. Auf Mallorca darf zum Beispiel ab Freitag nach gut eineinhalb Jahren wieder in den Discos und Clubs getanzt werden. Allerdings muss man dabei vorerst noch Mund- und Nasenschutz tragen. Und beim Einlass muss man per Covid-Pass nachweisen, dass man geimpft, genesen oder getestet ist.

Maskenpflicht herrscht sowohl in Spanien als auch in Portugal weiterhin in den meisten öffentlichen Innenräumen sowie im Nah- und Fernverkehr. Hier und da gibt es auch noch Einschränkungen bei der Auslastung der Innenräume von Gaststätten. Vor allem beim Besuch von Bars und Diskotheken muss in Portugal und in einigen Regionen Spaniens ein digitales Covid-Zertifikat vorgelegt werden. Bei der Einreise auf dem Luft- oder Seeweg müssen für beide Länder noch elektronische Reiseanmeldungen ausgefüllt werden. Und alle Menschen ab zwölf Jahren müssen einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Wer den nicht hat, ist verpflichtet, einen negativen PCR- oder Antigen-Test vorzuweisen.

Griechenland und Zypern

Vor der Einreise nach Griechenland geben die Besucher auf einer Website (travel.gov.gr) ihre Daten ein und erhalten einen QR-Code zur Nachverfolgung. Außerdem müssen sie einen aktuellen negativen Schnelltest vorlegen oder voll geimpft sein. Das gilt auch für Kinder ab zwölf Jahren. Zypern stuft Deutschland in der roten, also stark betroffenen Kategorie ein. Das bedeutet für alle Einreisenden, die nicht nachweislich geimpft oder genesen sind, dass sie sowohl vor als auch nach der Einreise jeweils einen Test machen und diesen auch selbst bezahlen müssen. Zudem muss spätestens 48 Stunden vor der Einreise auf einer Website (cyprusflightpass.gov.cy) der "Cyprus Flight Pass" beantragt und während des Urlaubs stets mitgeführt werden.

Kroatien

Von Touristen wird eine Bescheinigung verlangt, die belegt, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Hotels empfangen Gäste ohne Einschränkungen. Gaststätten und Cafés dürfen auch in ihren Innenbereichen bewirten, aber nur an den Tischen, zwischen denen Abstände eingehalten werden. An öffentlichen Versammlungen darf nur eine bestimmte Anzahl an Menschen teilnehmen. Zuletzt stiegen die Ansteckungszahlen. Aus deutscher Sicht gilt das Land jedoch - im Gegensatz zum Nachbar- und Transitland Slowenien - nicht als Hochrisikogebiet.

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