Eine Reduzierung der Urlaubstage in Deutschland sei kontraproduktiv und führe nicht zu einer automatischen Erholung der Wirtschaft, so die Meinung führender Vertreter von Tourismusverbänden vor dem Hintergrund entsprechender Forderungen aus der Industrie. Tilo Braune, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), weist deutlich auf die volkswirtschaftliche Milchmädchenrechnung hin: "Die Wirtschaft verkennt, dass es eine Schlüsselbranche gibt, die extrem von Urlaubs- und Feiertagen abhängig ist. Die Tourismusbranche sichert gerade dann Umsätze in Milliardenhöhe und hunderttausende von Arbeitsplätzen, wenn Gäste nicht arbeiten, sondern sich in ihrer Freizeit erholen oder Urlaub machen". Rund eine Million Übernachtungen und 70 Millionen Euro Umsatz würden bei der Streichung eines Urlaubstages in den Monaten Juli und August fehlen, hat der DTV im Zusammenhang mit der Diskussion um die Sommerferienregelung errechnet. Besonders betroffen wäre auch der Tourismus in Nordrhein-Westfalen. Robert Datzer, Geschäftsführer des Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V., warnt darum ebenfalls vor einer wenig durchdachten Streichung von Urlaubs- oder Feiertagen: "Eine Reduzierung der Urlaubstage hätte erhebliche negative Folgen - immerhin kommen rund 95 Prozent unserer Tagesgäste und 87,5 Prozent der Übernachtungsgäste aus Deutschland". Der Tourismus in Nordrhein-Westfalen stellt eine feste Größe in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft dar; nach dem Maschinenbau ist er der wichtigste Wirtschaftsfaktor des Landes. So gibt es mehr als 240.000 Beschäftigte in 45.000 vorwiegend mittelständischen Unternehmen und der erwirtschaftete Jahresumsatz liegt bei rund 11 Milliarden Euro. "Freizeit nur als Synonym für ein verzichtbares Privatvergnügen zu sehen, ist einfach zu kurz gedacht. Nicht umsonst gibt es schließlich den Begriff der Freizeitindustrie", so Datzer weiter. Kontakt: Deutscher Tourismusverband (DTV), Dirk Dunkelberg, Telefon: 0228/9852215 Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V., Christine Harrell, Telefon: 0221/17945-22
Urlaubs- und Feiertage sichern Arbeitsplätze
Vertreter der Tourismusverbände widersprechen Argumentationen der Regierung und Wirtschaft