02.05.2018Setras großer Auftritt

Setra, Daimler, S 531 DT

Es musste Valencia sein und dort natürlich mitten in der Ciutat de les Arts i les Ciències, der Stadt der Künste und der Wissenschaften, in der der Neu-Ulmer Bushersteller sein Flaggschiff, den S 531 DT, für Probefahrten bereitstellte. Konnte es nicht eine Nummer kleiner sein? Nein, denn der neue Doppeldecker will zu den ganz Großen zählen.

Vor einem knappen Jahr erstmals vorgestellt, kommt Setras Großer nun endlich in Fahrt. In Kürze werden die ersten Serienfahrzeuge ausgeliefert, der S 531 DT macht sich bereit, die Erfolgsgeschichte der Doppeldecker aus Neu-Ulm fortzuführen. Die Fachpresse konnte sich erstmals selbst hinters Lenkrad setzen und im Großraum Valencia den Bus in zwei Konfigurationen kennenlernen. Zur Probefahrt bereitgestellt wurden ein S 531 DT in Reisebusausführung sowie ein S 531 DT in Fernlinienausstattung. Letzterer verzichtet im hinteren unteren Bereich auf das Podest. Die Sitze sind verschiebbar montiert, sodass bei Bedarf unkompliziert Platz für zwei Rollstühle geschaffen werden kann. Diese ­Lösung ist äußerst praktisch, elegant ist sie nicht, denn wer als Fahrgast das Pech hat, dort zu sitzen, sieht nicht viel. Durch die tiefe Anordnung der sehr bequemen Voyage-Bestuhlung hat man die Fensterlinie direkt vor den Augen. Doch das ist beim Wettbewerb auch nicht viel anders. Dafür aber hat der niederflurige Doppeldecker den unbestreitbaren Vorteil, dass eine einfache Klapprampe ausreicht, um mit dem Rollstuhl in den Bus zu gelangen. Teure und aufwändige Umbaulösungen, wie sie beim Hochdecker nötig sind, entfallen. Leider aber auch der Platz für das Reserverad, welches in den ohnehin schon sehr knapp bemessenen Kofferraum wandert. Von dort wird es mit einer Art Kran heraus- und wieder hineingehoben. Ein praktischer Test musste leider mangels Kran ausfallen, dieser wird aber noch in diesem Jahr im Rahmen des OMNIBUSREVUE-Supertests nachgeholt.

Der Fahrgastraum selbst hat sich nicht wesentlich zum unmittelbaren Vorgänger verändert. Neu sind die Treppenbeleuchtung in LED-Ausführung sowie die größeren Fenster im Aufstiegsbereich an der Seite. Während die Reisebus-Version mit einem durchgängigen Glasdach ausgestattet war, besaß die Fernbus Variante dieses Extra nicht, was sich auch sofort in einer weniger lichtdurchfluteten Anmutung des Oberdecks niederschlug. Den Fahrgästen in Reihe eins dürfte das egal sein, sie profitieren nicht nur vom neu gestalteten Oberdeck-Cockpit, sondern auch der besten Aussicht – aber leider betrifft das eben gerade mal vier von 79 bzw. 78 Fahrgästen. Was ebenfalls auffiel, war die Bestückung der Serviceset-Leuchten mit konventionellen Glühlampen, das soll aber in der Serie dann in LED-Ausführung geändert werden. Das Geräuschniveau während der Fahrt ist in sämtlichen Fahrgastraum-Bereichen ausgezeichnet. Kaum Roll- und Motorgeräusche, das war aber auch schon beim noch aktuellen Modell nicht anders – die ausgezeichneten Fahrwerkskomponenten wurden 1:1 übernommen.

Ganz anders und doch irgendwie bekannt ist das äußere Erscheinungsbild. Die Front mit ihrer fast durchgängig wirkenden Frontscheibe und der äußerst schmalen Bugmaske mit den flachen Scheinwerfern passt sich gut in die 500er-Familie ein, die gerade La Linea sorgt auf den ersten Blick für Verwunderung, auf den zweiten dann für den Aha-Effekt: Sie symbolisiert die Verbindung von Top-und ComfortClass in einem Fahrzeug, welches nicht nur das Beste aus beiden Buswelten verknüpft, sondern eben ganz eigene Noten oben draufsetzt. Das gilt erst recht für das Heck, welches aus designtechnischer Sicht ein echtes Glanzstück ist, aus unternehmerisch-werblicher Sicht mutig gestaltet wurde.




 

« Zurück › An die Redaktion › Drucken
 



Kommentare verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der OR veröffentlicht.
Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter den Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

* Pflichtfeld

› Aktuelles Heft

OMNIBUSREVUE 2/20


Mehr zu den Inhalten!

Aktuelles Heft

Frage des Monats

Bilder

BusChallenge 2019
MAN, Lion's City, Premiere 2018
Premiere MAN Lion's City


AKTUELLE VIDEOS

Der Elektrobus Heuliez GX 337e - Französisch unter Strom

Der Elektrobus Heuliez GX 337e - Französisch unter Strom

Der eCitaro von Mercedes-Benz im Supertest

Coach of the year 2020: MAN Lion's Coach

Die Bus Challenge 2019 - Fahrer unter Stress

Klein ist fein: Van Hool EX11H

ADVERTORIALS

Bergweihnacht Innsbruck

Bergweihnacht Innsbruck

Altöttinger Christkindlmarkt

Epic Innsbruck

Innsbruck Tourismus

Neu: Weihrauchmuseum in Altötting

OR_Marktuebersicht_Bild_klein

› Marktübersicht

Jetzt entdecken!

Die große Marktübersicht der OMNIBUSREVUE

Marktübersicht Box für NL
Logo Omnibusrevue Test und Technik