Bustouristik: bdo fordert Entlastungen für Reisebusunternehmen

08.10.2026 12:24 Uhr | Lesezeit: 3 min
Bustouristik: bdo fordert Entlastungen für Reisebusunternehmen
Der bdo fordert, den Reisebus stärker in der Verkehrs- und Tourismuspolitik zu berücksichtigen.
©Foto: Sascha Böhnke

Bei der Anhörung zur Bustouristik im Tourismusausschuss des Bundestages hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) bessere Rahmenbedingungen für Reisebusunternehmen gefordert. Im Mittelpunkt stehen Energiekosten, Umsatzsteuer, Bürokratie und die Voraussetzungen für elektrische Reisebusse.

Der bdo hat anlässlich der öffentlichen Anhörung am 7. Oktober 2026 eine Stellungnahme zur Lage der Bustouristik vorgelegt. Darin fordert der Verband, den Reisebus stärker in der Verkehrs- und Tourismuspolitik zu berücksichtigen. Als zentrale Herausforderungen nennt er hohe Kraftstoffkosten, Fahrpersonalmangel, bürokratische Belastungen und Investitionen in neue Antriebstechniken.

Nach einer Befragung des bdo sind mehr als 90 Prozent der teilnehmenden Bustouristikunternehmen durch die hohen Kraftstoffpreise stark oder sehr stark belastet. Zugleich können 60 Prozent die Mehrkosten bei bereits gebuchten oder angebotenen Reisen überhaupt nicht weitergeben. Da Busreisen häufig lange im Voraus kalkuliert und verkauft werden, wirken sich steigende Dieselpreise unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit aus. Der Verband verlangt deshalb einen Gewerbediesel für die bestehende Flotte, eine Ausweitung der Energiesteuerentlastung auf Reisebusse und einen bezahlbaren Fahrstrompreis für elektrisch betriebene Fahrzeuge. „Die hohen Kraftstoffkosten treffen unsere mittelständischen Unternehmen mit voller Wucht“, erklärt bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard.

Auch das Fahrgastaufkommen bereitet der Branche Sorgen. Nach den vom bdo angeführten Zahlen wurden 2019 im Gelegenheitsverkehr 77,2 Millionen Fahrgäste befördert. Im Jahr 2025 waren es 46,3 Millionen. Selbst für 2029 erwartet das Bundesamt für Logistik und Mobilität laut Stellungnahme keine Rückkehr auf das Niveau von 2019. Ein weiteres Anliegen ist die Umsatzsteuer. Der bdo fordert den ermäßigten Steuersatz für Reise- und Fernlinienbusse. Der Verband verweist auf den Schienenpersonenfernverkehr, für den bereits der ermäßigte Satz gilt, und sieht darin eine steuerliche Benachteiligung des Busses. Beim Bürokratieabbau nennt der bdo insbesondere das papiergebundene Fahrtenblatt und aufwendige A1-Nachweise. Außerdem verlangt er einen rechtlichen Rahmen für die sichere Beförderung liegender Fahrgäste in Reisebussen. Damit sollen beispielsweise neue Angebote auf Nachtverbindungen ermöglicht werden. Für den Einsatz emissionsfreier Reisebusse fordert der Verband eine verlässliche Förderung und leistungsfähige Ladeinfrastruktur, die für Busse geeignet ist. Auch Städte und touristische Destinationen müssten Reisebusse frühzeitig in ihre Planungen einbeziehen. Dazu gehören geeignete Zufahrten, Haltestellen, Parkplätze und Lademöglichkeiten.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche beziffert der bdo auf rund 14,5 Milliarden Euro Bruttoumsatz im Bustourismus. Der Reisebus erschließe zudem touristische Ziele ohne Schienenanschluss und verbinde Städte mit ländlichen Regionen.

Warum das relevant ist

Hohe Betriebskosten und langfristig vereinbarte Reisepreise schränken den finanziellen Spielraum der Busunternehmen ein. Die Forderungen des bdo betreffen damit sowohl die Wirtschaftlichkeit bestehender Angebote als auch künftige Investitionen. Für touristische Ziele sind zudem erreichbare Haltestellen und geeignete Busparkplätze entscheidend, damit sie in Gruppenreiseprogramme aufgenommen werden können.

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